Hitlers Ende Die letzten Tage des Dritten Reichs
Es sind die letzten Wochen der Diktatur: Während Tausende Landser täglich in sinnlosen Gefechten verheizt werden und deutsche Städte unter alliiertem Bombenhagel zusammenbrechen, hockt Hitler in einem Luftschutzkeller. Fast vier Meter dick sind die Wände des Führerbunkers in Berlin, in den sich Nazi-Größen, Gefolgsleute und Handlanger des Regimes vor der anrückenden Roten Armee zurückgezogen haben.
Der 250 Quadratmeter große "Betonsarg" mit etwa 20 Räumen befindet sich knapp acht Meter unter dem Garten der Alten Reichskanzlei in der Wilhelmstraße. Der Bunker wird bis zur Ankunft der Sowjets am 2. Mai 1945 zur kargen Kulisse des Untergangs: Eben hier feiert die letzte Schar der "Herrenmenschen" Orgien, heiratet Hitler seine Gefährtin Eva Braun, töten die Goebbels ihre Kinder. Und genau hier verabschiedet sich der Führer vom "Tausendjährigen Reich" und seinem Leben.
Der Münchner Filmproduzent Bernd Eichinger ("Der Name der Rose", "Das Boot") hat jetzt versucht, das letzte Kapitel des "Dritten Reichs" nachzuzeichnen. Der 14 Millionen Euro teure Spielfilm "Der Untergang" ist ab 16. September in den Kinos zu sehen. Im XXP-Studio diskutiert SPIEGEL-Redakteur Klaus Wiegrefe mit Rolf-Dieter Müller (MGFA Potsdam) und dem Militärhistoriker Richard Lakowski über Hitlers letzte Tage.
Rolf-Dieter Müller, Militärgeschichtliches Forschungsamt, Potsdam
Rolf-Dieter Müller ist Wissenschaftlicher Direktor am Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam. Hier war er unter anderem Leiter der Arbeitsgruppe zum letzten Band des Serienwerks "Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg". Müller habilitierte an der Universität Münster zu dem Thema "Albert Speer und die deutsche Rüstungspolitik im totalen Krieg". 2001 wurde er zum Honorarprofessor an der Humboldt-Universität in Berlin ernannt. Zurzeit beschäftigt sich der Wissenschaftler vor allem mit dem Zusammenbruch des Wirtschaftslebens und den Anfängen des Wiederaufbaus 1945 in Deutschland.
Richard Lakowski, Militärhistoriker
Der Berliner Historiker Richard Lakowski war zunächst Oberassistent und dann Dozent am Militärgeschichtlichen Institut und bis 1996 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Militärgeschichtlichen Forschungsamt Potsdam. Bekannt geworden ist der 66-Jährige durch seine zahlreichen Publikationen, unter anderem: "1945. Das Jahr der endgültigen Niederlage der faschistischen Wehrmacht" von 1985, "U-Boote. Zur Geschichte einer Waffengattung der Seestreitkräfte" von 1989 sowie "Reichs- und Kriegsmarine - geheim" von 1997. In seinem vorerst letzten Buch, "Lebenszeichen 1945", präsentiert Lakowski mit Co-Autor Hans-Joachim Büll Feldpostbiefe und -karten von Soldaten der Ostfront am Ende des Zweiten Weltkrieges.
Moderation:
Klaus Wiegrefe, Redakteur DER SPIEGEL