Elitestudenten an deutschen Unis: Wo studieren die Besten? - DER SPIEGEL
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Elitestudenten an deutschen Unis Wo studieren die Besten?

Lange Zeit wurde hier zu Lande dem akademischen Mittelmaß gefrönt. Jetzt sollen auch Spitzenstudenten gezielt gefördert werden. Im XXP-Studio diskutieren Experten über Turbo-Akademiker, Elite-Studiengänge und die Universtität als Dienstleistungsunternehmen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es gibt eine gute Nachricht: Die Studenten der deutschen Hochschulen sind offenbar besser als ihr Ruf. Der "Studentenspiegel", die erste umfassende sozialwissenschaftliche Untersuchung zur Qualifikation der heutigen Hochschülergeneration, zeigt: Trotz fehlender Gelder und Sitzplätze in den Vorlesungssälen der Republik bringen die Universitäten noch immer leistungsstarke Absolventen hervor. Auch von einem realitätsfernen Leben im Elfenbeinturm kann keine Rede mehr sein: Immer mehr Akademiker arbeiten schon während des Studiums intensiv an ihren späteren Chancen auf dem weltweiten Arbeitsmarkt. Praktika, Auslandsaufenthalte und Zusatzqualifikationen sind inzwischen die Regel, nicht die Ausnahme.

Der Sieger der im Auftrag von SPIEGEL und der Unternehmensberatung McKinsey in Auftrag gegebenen Online-Umfrage ist die TU München. Hier studieren demnach die engagiertesten, fleißigsten und motiviertesten Nachwuchsakademiker Deutschlands. In neun wichtigen Fächern belegte die kleinere der beiden Münchener Universitäten die vorderen Plätze. Doch was ist anders an dieser Hochschule, die sich als Gesamtsieger an die Spitze der akademischen Forschung setzte?

Das Erfolgsrezept scheint in der Verquickung von Innovation, wirtschaftlichem Denken und akademischem Können zu bestehen. "Wir wollen eine Universität entwickeln, in der Unternehmertum mit Kreativität verbunden ist", sagt Uni-Präsident Wolfgang Herrmann. Schon lange preisen Wirtschaft und Politik den Uni-Absolventen der Zukunft als pragmatischen Experten, der Fachwissen mit gesellschaftlicher Verantwortung kombiniert und ebenso mehrsprachig wie mobil ist. Zeiteffizientes, an den Bedürfnissen von Industrie und Wirtschaft orientiertes Lernen in einem "Dienstleistungskonzern" soll auf dem Weg zur Leistungselite Wunder wirken.

Doch wo wird diese neue Elite ausgebildet? Wer unterstützt überdurchschnittlich begabte und ehrgeizige Turbo-Akademiker auch jenseits der Alma Mater? Wie kann die Zusammenarbeit der Hochschulen zu außeruniversitären Forschungseinrichtungen verbessert werden? Im XXP-Studio diskutieren SPIEGEL-Redakteure mit Professor Alexander Kosenina von der Universität Bristol und dem Elitenforscher Michael Hartmann.



Sendetermin: Montag, 22. November, 22.55 Uhr, XXP 




Gäste im Studio

Alexander Kosenina, Universität Bristol
Der heute 41-jährige Alexander Kosenina studierte Germanistik und Philosophie an den Universitäten Heidelberg und Berlin. Seit 1988 ist er als Literaturwissenschaftler an verschiedenen Universitäten im In- und Ausland tätig. Er veröffentlichte zahlreiche Studien zur Literatur- und Kulturgeschichte des 18. bis 20. Jahrhunderts und schreibt für Zeitungen und Zeitschriften. In seinem Buch "Der gelehrte Narr" porträtiert Kosenina den Wissenschaftler als Antihelden und widmet sich dieser in Deutschland vergessene Figur in Literatur und Kunst. Er vergleicht dabei deutschsprachige Literatur der letzten drei Jahrhunderte mit exemplarischen Texten aus der europäischen Tradition.


Michael Hartmann, Elitenforscher
Professor Michael Hartmann lehrt Soziologie mit dem Schwerpunkt Elitenforschung an der Technischen Universität Darmstadt. Er wurde 1952 in Paderborn geboren. Hartmann studierte Soziologie, Politikwissenschaft, Philosophie, Geschichte, Psychologie und Germanistik in Marburg, erwarb 1976 seinen Magister-Abschluss in Soziologie und Politikwissenschaft in Hannover. 1983 habilitierte er im Fach Soziologie an der Universität Osnabrück. Zwischen 1979 und 1996 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen deutschen Universitäten sowie an der Leitung verschiedener Projekte der Deutschen Forschungsgemeinschaft beteiligt. Im Jahr 1993/94 war er selbst Forschungsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft für ein Projekt über Informatiker. Hartmann schrieb unter anderem das Buch "Der Mythos von den Leistungseliten".

Moderation

Matthias Ziemann, SPIEGEL TV