Tsunami-Katastrophe: Der zerbrechliche Planet - DER SPIEGEL
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Tsunami-Katastrophe Der zerbrechliche Planet

Die Flutkatastrophe in Asien hat mit dramatischer Wucht gezeigt, wie verletzlich der Planet Erde ist. Kein Terror oder menschliches Fehlverhalten hat die verheerenden Schäden mit mehr als 150.000 Toten angerichtet - es war die Natur. Zum SPIEGEL-Thema sendet XXP heute eine Sondersendung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?



Sendetermin: Montag, 10. Januar, 21 Uhr, XXP 


Zum SPIEGEL Thema zeigt XXP unter anderem Beiträge aus der besonders getroffenen indonesischen 400.000-Einwohner-Stadt Banda Aceh, wo es kaum jemanden in der Bevölkerung gibt, der nicht Verwandte oder Freunde verloren hat. Die Bundeswehr ist am Lazarettaufbau in der Provinzhauptstadt beteiligt, die Krankenhäuser der Region sind zum größten Teil zerstört.

Den wohl härtesten Job machen derzeit BKA-Beamte und Pathologen in Thailand: In dem Ferienort Khao Lak versuchen sie, die Opfer der verheerenden Flutkatastrophe zu identifizieren. In vielen Fällen können die Mediziner an den aufgequollenen, verdrehten Körpern nicht einmal mehr feststellen, ob ein Asiat oder ein Europäer vor ihnen auf dem Obduktionstisch liegt. Sehr viele Opfer sich ausländische Touristen, sehr viele sind Deutsche. Da die thailändische Regierung momentan nicht die Kapazitäten hat, alle Opfer zu identifizieren, werden den Leichen Mikrochips eingesetzt, dann werden die Toten in Massengräbern beigesetzt. Später, wenn DNS-Vergleichmaterial analysiert worden ist und zugeordnet werden konnte, sollen die Toten exhumiert und ihren Familien übergeben werden.

In Sri Lanka sind Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes unterwegs, die eine Wasseraufbereitungsanlage quer durch den Dschungel transportieren. Frisches Trinkwasser ist für die Menschen in der Region existenziell wichtig - schon allein um die Seuchengefahr einzudämmen.

Hinter der Tragik der Ereignisse zeigt sich eine neue Seite der Globalisierung: Schock und Mitleid sind weltumspannend, Regierungen überbieten sich in finanziellen Hilfszusagen für die betroffenen Länder, und die Spendenbereitschaft bricht - vor allem auch in Deutschland - alle Rekorde. Ein neues Verantwortungsgefühl lässt alte Gegensätze schrumpfen.