Neue Gefahr am Golf: Säbelrasseln gegen die Mullahs - DER SPIEGEL
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Neue Gefahr am Golf Säbelrasseln gegen die Mullahs

Die Welt blickt gespannt auf das, was ihr die zweite Amtszeit des neugewählten US-Präsidenten George W. Bush bringen mag. Schon droht der Führer der letzten Supermacht dem Iran, dessen Atomprogramm Washington Alpträume bereitet. Im XXP-Studio diskutieren Experten über den gefährlichen Streit zwischen den USA und dem Iran.
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Geradezu pompös geriet die Amtseinführung von US-Präsidenten George W. Bush am vorigen Donnerstag. 27-mal verwendete Bush das Wort "freedom", die Freiheit, die er in die Welt tragen, in seiner 21-minütigen Rede. Jetzt blickt die Welt gespannt auf das, was ihr in der zweiten Amtsperiode des neuen, alten Präsidenten bevorsteht - und vor allem darauf, ob der mächtigste Mann der Welt im Namen seiner Freiheitsmission zum dritten Mal Krieg führen wird: nach Afghanistan und Irak nun möglicherweise gegen den Iran.

Denn aus Sicht Washingtons gibt es schon jetzt genügend Gründe, den iranischen Mullah-Staat ins Visier zu nehmen: Das Regime in Teheran unterstützt die Terroristen der palästinensischen Hamas und weigert sich seit langem hartnäckig, der internationalen Gemeinschaft einen genauen Einblick in sein Atomprogramm zu gewähren. In den USA wächst daher die Furcht, der Gottesstaat am Golf arbeite in Wahrheit am Bau einer Atombombe. Eine solche Nuklearwaffe in den Händen radikaler Islamisten - das ist ein Alptraum nicht nur für Washington.

US-Präsident Bush jedenfalls rüstet bereits zum Kampf - zumindest verbal: In einem Fernseh-Interview ließ er wenig Zweifel daran, dass er sich vor einem neuen Waffengang am Persischen Golf inklusive Präventivschlägen nicht scheue, sofern es der nationalen Sicherheit seines Landes nutze - bloßes Säbelrasseln oder eine Kriegserklärung mit Ankündigung? Droht der Welt ein neuer Krieg im Mittleren Osten? Wie gefährlich ist das iranische Atomprogramm tatsächlich, welche Risiken und welchen Nutzen birgt die aggressive Außenpolitik des neugewählten und selbsternannten Freiheitskämpfers aus dem Weißen Haus?

Im XXP-Studio diskutiert Hans Hoyng, Leiter des SPIEGEL-Ressorts Außenpolitik, mit Angelika Beer (Bündnis 90 / Die Grünen), Europa-Abgeordnete und Vorsitzende der Iran-Delegation des Europäischen Parlaments, und dem Iran-Experten Oliver Thränert von der Stiftung Wissenschaft und Politik.

Moderation: Matthias Ziemann, Geschäftsführender Redakteur SPIEGEL TV

Sendetermin: Montag, 24. Januar, 22.40 Uhr, XXP 

Gäste im Studio

Angelika Beer, Europa-Abgeordnete
Angelika Beer wurde am 24. Mai 1957 in Kiel geboren. Als zweitjüngste Abgeordnete wurde sie 1987 für die Grünen in den Bundestag gewählt, 1994 wurde Beer, die als Mitglied des fundmentalistischen linken Flügels galt, verteidigungspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Die überzeugte Antimilitaristin saß im Verteidigungsausschuss und im Unterausschuss für Rüstungskontrolle und Abrüstung. Im Dezember 1998 wurde Beer Mitglied im Bundesparteirat von Bündnis 90/Die Grünen. Beer setzte sich für das Prinzip der Gewaltlosigkeit im grünen Parteiprogramm ein und kritisierte einen Militäreinsatz in Bosnien. Bekannt als Vorkämpferin für eine präventive Konfliktlösung ohne Waffen, verteidigte sie nach dem Eintritt der Grünen in die Regierung im September 1998 dennoch die Politik von Außenminister Joschka Fischer, der einen Luftkrieg der Nato gegen Serbien im Kosovo-Konflikt befürwortete, wofür sie von manchen Parteifreunden als "Kriegstreiberin" verhöhnt wurde. 2004 wurde Beer ins Europaparlament gewählt, wo sie den Vorsitz der Iran-Delegation übernahm.


Oliver Thränert, Rüstungsexperte
Thränert ist Doktor der Politikwissenschaft und Leiter der Forschungsgruppe Sicherheitspolitik der Stiftung Wissenschaft und Politik. Thränert forscht unter anderem zur Weiterverbreitung von atomaren, biologischen und chemischen Waffen sowie zur internationalen Rüstungskontrolle.



Hans Hoyng, Leiter des SPIEGEL-Ressorts Außenpolitik


Moderation:

Matthias Ziemann, Geschäftsführender Redakteur SPIEGEL TV