Adams Frauen Die Biologie der Partnersuche
Warum rast unser Herz im Moment des Verliebtseins, warum verzehren wir uns vor Leidenschaft oder erliegen dem Wahnsinn der Eifersucht? Evolutionspsychologen, Neurobiologen und Hormonforscher suchen nach neuen Antworten auf Fragen, die so alt sind wie die Menschheitsgeschichte. Mit Kernspintomographie, Hirnstrommessung und Blutanalyse rücken sie dem Phänomen Liebe auf den Leib.
Die prosaische Erkenntnis der Physiologen: Nicht göttliche Fügung, karmische Verstrickung oder Seelenverwandtschaft sind der Ursprung von Lust, Verliebtheit und Bindungswillen. Einzig perfekt funktionierende biologische Programme sorgen dafür, dass Adam und Eva in Liebe entflammen und sich für eine gewisse Zeit zusammentun. In bester darwinistischer Tradition sind die Kräfte der Evolution am Werk, wenn Mann und Frau sich dafür abrackern, ihren kostbaren Genen den Weg in die nächste Generation zu bahnen.
Jetzt machen die Forscher auch der Institution Ehe den Garaus: Es gebe "starke Hinweise" darauf, dass Menschen nicht von Natur aus monogam seien, behaupten US-Forscher und bestätigen damit einen Trend, der sich schon lange abzeichnete: Das Modell Beziehung auf Lebenszeit hat ausgedient. Immer mehr Menschen wechseln immer häufiger ihre Partner, die Zahl der Scheidungen ist seit 1990 um fast 40 Prozent gestiegen.
Ist Monogamie nur noch ein ausgedienter Mythos der Gutgläubigen? Müssen wir uns daran gewöhnen, feste Bindungen nur noch auf Zeit zu leben? Im XXP-Studio diskutiert Annika de Buhr mit dem Verhaltensforscher Karl Grammer, dem Autoren Bas Kast und dem Soziobiologen Eckart Voland.
Gäste im Studio
Bas Kast, Autor
Bas Kast, geboren 1973, studierte Psychologie und Biologie in Konstanz, Bochum und am MIT in Boston. Er arbeitet als Wissenschaftsredakteur beim "Tagesspiegel" in Berlin. In seinem Buch "Die Liebe und wie sich Leidenschaft erklärt" hat Kast die wichtigsten Theorien und Untersuchungen der internationalen Forschung in Sachen Liebe zusammengefasst.
Eckhart Voland, Soziobiologe
Eckhart Voland ist Professor am Zentrum für Philosophie und Grundlagen der Wissenschaft der Universität Gießen. Schwerpunkte seiner Lehre sind die Ethik der Biowissenschaften, die Darwinische Evolutionstheorie, Evolutionäre Anthropologie, Erkenntnistheorie und Ethik sowie Soziobiologie und Verhaltensökologie. Zusammen mit Karl Grammer gibt er den Band "Evolutionary Aesthetics" heraus.
Karl Grammer, Verhaltensforscher
Grammer studierte Zoologie und Anthropologie an der Universität München. Für die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG arbeitete er bereits in den achtziger Jahren über das Thema "Männliche Brautwerbung: Strategien der Selbstdarstellung". Seit 1991 ist er Leiter des Wiener Ludwig-Boltzmann-Instituts für Verhaltensforschung.
Moderation
Annika de Buhr, XXP