Schröders Neuwahl-Pläne Eine Volkspartei demontiert sich selbst
Die Autorität des Kanzlers zerfällt, die rot-grüne Koalition hat ihre Regierungsfähigkeit erkennbar eingebüßt. Erst ging SPD-Fraktionsvize Michael Müller Bundespräsident Köhler schroff an, weil über dessen vertrauliches Neuwahlgespräch mit Kanzler Schröder im SPIEGEL zu lesen war.
Hochrangige Kollegen aus Müllers Fraktion stimmten mit ein in den Chor der Wütenden, andere Parteimitglieder widersprachen in aller Öffentlichkeit den Vorwürfen. Inmitten des Streits musste Parteichef Franz Müntefering eingestehen, seinen Laden nicht mehr im Griff zu haben. Er könne keine Geschlossenheit mehr garantieren, musste Müntefering unlängst gegenüber seinem Chef einräumen.
Nur mühsam gelang es dem Kanzler, den Zwist in seiner Partei mit einem möglicherweise letzten "Basta" zu drosseln. Aber kann Schröder diesen brüchigen Burgfrieden auch bis zu den geplanten Neuwahlen im Herbst bewahren? Hat der Regierungschef überhaupt noch den Willen, den anstehenden Wahlkampf für sich zu entscheiden oder hat er schon aufgegeben?
Im XXP-Studio diskutiert Gabor Steingart (DER SPIEGEL) mit Wolfgang Bosbach (CDU), Gernot Erler (SPD), Peter Glotz (SPD) und Bärbel Höhn (Bündnis 90 / Die Grünen).
Gäste im Studio
Wolfgang Bosbach, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion
Peter Glotz, ehemaliger Generalsekretär der SPD, heute Professor am Institut für Medien und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen
Bärbel Höhn, Mitglied im Bundesparteirat von Bündnis 90 / Die Grünen und von 1995 bis 2005 Umweltministerin in NRW
Moderation: Gabor Steingart, DER SPIEGEL