Staatsverschuldung: Die veruntreute Zukunft - DER SPIEGEL
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Staatsverschuldung Die veruntreute Zukunft

Der Wahlkampf naht und die Parteien überbieten sich mit dem Versprechen teurer Wohltaten. Doch in Wahrheit sind die Kassen von Bund und Ländern längst leer. Im XXP-Studio diskutieren Experten über das finanzielle Dilemma des Staates und die Folgen für seine Bürger.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Finanzkrise des Staates beschränkt sich nicht nur auf den Bund. Auch Länder und Kommunen sitzen in der Schuldenfalle und können nicht mehr leisten, was die Bürger von ihnen verlangen.

Schon heute diktiert die Schuldensucht von gestern einen Großteil der Etats von heute. Weil die Regierungen der vergangenen drei Jahrzehnte bedenkenlos Schulden und Sozialansprüche anhäuften, muss ein Großteil des laufenden Staatshaushalts derzeit eingesetzt werden, um die damals begründeten Ansprüche zu befriedigen. Fast 55 Prozent ihres Etats gibt die Regierung heute für Renten, Zinsen oder den Arbeitsmarkt aus. 1964 waren es noch 15 Prozent.

Im XXP-Studio diskutiert Moderatorin Corinna Lampadius mit SPIEGEL-Redakteur Sven Afhüppe sowie den Finanzpolitikern Christine Scheel (Bündnis 90/Die Grünen), Hermann Otto Solms (FDP) und Jörg-Otto Spiller (SPD) über Milliardenschulden, hilflose Politiker und die veruntreute Zukunft.


Gäste im Studio

Christine Scheel, Bündnis 90/Die Grünen
Christine Scheel ist finanzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen und Vorsitzende des Finanzausschusses des Bundestags. "Nachhaltigkeit ist das Leitbild der Finanzpolitik, für die ich stehe", schreibt die Abgeordnete auf ihrer Homepage. "Der Ausstieg aus der Schuldenfalle ist notwendige Voraussetzung, um den jungen Menschen in unserem Land keine Erblasten aufzuerlegen."

Jörg-Otto Spiller, SPD
Seit 1999 ist Spiller finanzpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Mitglied des Fraktionsvorstandes. "Eine bärenstarke Währung ist kein Freibrief für hemmungsloses Schuldenmachen", sagte er im Mai im Parlament. Der FDP wirft er vor, deren Modell sei "nicht stimmig". Das Konzept der Liberalen würde "zweistellige Milliardenlöcher in die Haushalte von Bund, Ländern und Gemeinden reißen".

Hermann Otto Solms, FDP
Solms ist finanzpolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Unter seiner Federführung ist das Finanzierungsmodell für das Steuerkonzept der Liberalen entstanden. Wichtigste Punkte sind ein dreistufiges Steuertarifsystem für die Bürger und zwei Stufen für die Unternehmen. Dafür sollen Vergünstigungen wegfallen, Subventionen abgebaut und Unternehmensumwandlungen erleichtert werden.

außerdem im Studio:
Sven Afhüppe, DER SPIEGEL

Moderation: Corinna Lampadius, XXP