Themenabend Die Schätze der Erde
1. November 1755 in Lissabon: Um 9.40 Uhr Ortszeit an Allerheiligen erschüttern mehrere gigantische Erdstöße die Kulturmetropole. Insgesamt zehn Minuten dauert das Beben: Kirchen , Paläste und Brücken stürzen in sich zusammen. Eine riesige Staubwolke verdunkelt den Himmel, bevor die Stadt in Flammen aufgeht. Dann wird sie von 5 Meter hohen Tsunamiwellen überflutet. Mehr als 30.000 Menschen sterben allein in Lissabon. Die massive Erschütterung ist in ganz Europa und bis nach Afrika zu spüren. In den Alpen schwappen Seen über, in Holland und Schweden reißen Schiffe in den Häfen aus ihren Verankerungen. Knapp 250 Jahre später begibt sich ein internationales Forscherteam auf die Suche nach den Auslösern dieser Naturkatastrophe. Mit dem Forschungsschiff SONNE ziehen die Geologen Sedimentkerne aus dem Meeresboden und messen Temperatur und Porendruck in der Tiefe. Zudem sollen Langzeitmessungen zur Früherkennung künftiger Erdbeben beitragen. SPIEGEL TV begleitet die Wissenschaftler auf hoher See, beobachtet sie bei ihren Videountersuchungen am Meeresgrund und schaut hinter die Kulissen des Mikrokosmos "Forschungsschiff".
Uralte Gesteinschichten können wahres Geld bedeuten, manchmal lebt sogar eine ganze Region davon - wie zum Beispiel die Menschen in der Lausitz. Dort lagern Milliarden Tonnen Braunkohle, ein 16 Millionen Jahre alter Rohstoff, nach der Kernenergie der wichtigste und umstrittenste Energieträger Deutschlands. Seit 28 Jahren arbeiten im Braunkohltagebau Welzow Süd die Schaufelbagger und Bandanlagen fast ununterbrochen, die Maschinen fressen sich durch die Landschaft und machen auch vor einigen kleinen Dörfern nicht halt. Für den kleinen Ort Haidemühl bedeutet das: Umziehen - und zwar komplett.
Wenn in Wien jemand den Wasserhahn aufdreht, dann hat das Wasser, dass heraussprudelt, schon einen langen Weg hinter sich. Es kommt aus den Hochalpen und wird durch über 100 Jahre alte Stollen fast 200 Kilometer durchs Land geleitet, bis es in der Stadt ankommt. Damit diese Reise problemlos funktioniert, müssen die Hochquellleitungen jedes Jahr zweimal kontrolliert, repariert und per Hand abgebürstet werden. Dabei gilt es keine Minute Zeit zu verlieren, denn für die Großreinigung wird extra das Wasser umgeleitet - genau 72 Stunden lang. Nur sehr selten dürfen Kamerateams mit in die dunklen und unheimlichen Röhren. SPIEGEL TV hatte die Gelegenheit dazu.