Das verborgene Ich: Geboren im falschen Geschlecht - DER SPIEGEL
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Das verborgene Ich Geboren im falschen Geschlecht

Sie werden als Transsexuelle oder aber Transgender bezeichnet: Menschen, die im „falschen" Geschlecht geboren werden. Sie fühlen sich weiblich, aber stecken in einem männlichen Körper oder sie empfinden sich als Mann, kamen jedoch als Mädchen auf die Welt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Betroffenen sind sich ihrer Transsexualität oftmals schon in jungen Jahren bewusst, verdrängen und verheimlichen diese jedoch aus Angst vor gesellschaftlicher Ächtung - häufig über einen langen Zeitraum. Dennoch wird ihr Leben nur von einem Wunsch bestimmt: der optischen Angleichung ihres Körpers an das gefühlte Geschlecht.

Gesche wird als Junge geboren. Doch schon im Alter von zwei Jahren behauptet das Kind nachdrücklich, ein Mädchen zu sein. Es trägt Kleider der Schwestern und findet keinen Anschluss an andere Jungen. Nach einer Entscheidung der Ethikkommission stoppen Mediziner bei dem 14-jährigen Kind die männliche Pubertät und leiten hormonell eine weibliche ein. Heute ist Gesche 18 Jahre alt. Einen Monat nach ihrem Geburtstag erfüllt sie sich ihren größten Wunsch: Eine geschlechtsangleichende Operation macht sie nun äußerlich ganz zur Frau.

Die befreiende Operation hat Antonia heute mehr als drei Jahre hinter sich. 52 Jahre lebte sie im falschen Körper, baute sich als Wolfgang eine Existenz als Familienvater auf. Doch der Leidensdruck war zu groß. Der erfolgreiche Unternehmensberater verlässt Frau und Kind für das Leben im wahren Geschlecht.

Nach einer Zeit im Frankfurter Rotlichtmilieu hat Antonia jetzt ihr Glück gefunden. Privat steht sie vor der Hochzeit mit einem ehemaligen Pastor, beruflich ist sie in ihrem alten Job aktiv.

Vor drei Jahren feierte Gitarristin Carola Kretschmer im Rahmen einer Udo-Lindenberg-Jubiläumstournee ein umjubeltes Comeback. Die Zeit, in der sie noch Thomas hieß und den Missklang von Körper und Seele mit Alkohol zu bekämpfen versuchte, liegt heute mehr als zehn Jahre zurück, die Erinnerung jedoch ist nur allzu präsent.

Pamela Pöhland gehörte mehr als zwei Jahrzehnte zu den Rotlichtbossen von St. Pauli. Ihr Name damals: Dieter Pöland. Rund um die Reeperbahn lässt er Huren für sich arbeiten – in Bordellwohnungen, Edelklubs und auf dem Straßenstrich. Nach vier gescheiterten Ehen lebt Pam heute ein Leben als Frau und bietet sich selbst den Freiern als Hure an.

SPIEGEL TV Thema begleitet Menschen, die sich im falschen Körper gefangen fühlen, bei ihren zumeist leidvollen Grenzgängen zwischen den Geschlechtern, aber auch ihren Befreiungsschlägen auf dem Weg ins wahre Geschlecht.