Mädchen in Not: Junge Frauen zwischen Heim, Knast und Obdachlosigkeit - DER SPIEGEL
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Mädchen in Not Junge Frauen zwischen Heim, Knast und Obdachlosigkeit

Obdachlosigkeit war lange ein Schicksal von Männern, das hat sich inzwischen geändert. Zwar gibt es keine offiziellen Zahlen darüber, wie viele Menschen in Deutschland tatsächlich ohne festen Wohnsitz sind. Schätzungen gehen von einer Viertelmillion aus - davon sind 25 Prozent vor allem junge Frauen.
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Seit fünf Jahren ist Morla obdachlos. Damals ist sie von zu Hause abgehauen, weil sie sich mit ihrer Mutter nicht mehr verstand. Während ihrer ganzen Zeit auf der Straße ist die inzwischen 18-Jährige trotzdem zur Schule gegangen, hat ihren Hauptschulabschluss gemacht und träumt jetzt davon, Fotografin zu werden.

Wer es nicht alleine schafft und immer wieder ausreißt, bekommt seine "letzte Chance" im geschlossenen Mädchenheim Gauting. Nur knapp 50 Plätze kann der kirchliche Träger pro Jahr zur Verfügung stellen, doch die Zahl der "Bewerberinnen" ist zehnmal so hoch. In kleinen Therapiegruppen, mit Schulunterricht und mit hohem Personalaufwand sollen die Mädchen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren einen Ausweg zurück ins Gesellschaftsleben finden. Die Chancen stehen nicht gut: Die meisten Mädchen haben Entwicklungsstörungen, Lernschwierigkeiten und sind verhaltensauffällig.

In deutschen Gefängnissen gehören Mütter mit Kindern zur Ausnahme. Im Oktober 2008 eröffnete das Jugendgefängnis in Neustrelitz die erste Mutter-Kind-Einrichtung des Strafvollzuges in Mecklenburg-Vorpommern. Derzeit verbüßt dort eine 23-Jährige mit ihrer zehn Monate alten Tochter ihre Haftstrafe. Sie kaufte im Internet wahllos ein, ohne ihre Rechnungen zu bezahlen, und beging Raubüberfälle.

SPIEGEL TV hat junge Frauen auf ihrer Suche nach einem "normalen" Leben begleitet.