Kampf gegen die Sucht "Mein Kind ist süchtig!" - Jugend zwischen Drogen und Therapie
Ein junges Mädchen liegt zwischen leeren Flaschen auf einer Bank, eine halbvolle Bierflasche hält sie noch in der Hand. Immer mehr Jugendliche verabschieden sich regelmäßig für die Dauer eines Rauschs vom Alltag. Bier, Schnaps, Mixgetränke - das «Komasaufen» oder «Binge Drinking» geht durch alle Schichten.
Foto: A3462 Marcus Führer/ dpaAuch Tim wurde bei einem seiner schlimmsten Abstürze ins Krankenhaus eingeliefert - mit 2,75 Promille. Bereits mit 13 fing er an zu trinken: erst Bier dann Wodka. Als ihm der Alkohol-Rausch nicht mehr reichte, inhalierte er auf privaten Partys Schnüffelstoffe.
Die Hälfte aller Cannabiskonsumenten macht ihre ersten Rauscherfahrungen vor dem 16. Lebensjahr. Immerhin bis zu sieben Prozent werden süchtig. Genauso wie André. Der 20-Jährige hat seinen ersten Joint mit 12 geraucht, schwänzte früh die Schule. Heute ist er ohne Abschluss. Längst sind die Folgen in internationalen Studien belegt: Junge Dauer-Kiffer verpassen wichtige Phasen ihrer Entwicklung und besitzen im Alter von 20 Jahren die Reife von 14-Jährigen. Für viele bleibt als einziger Ausweg eine stationäre Therapie. Doch es ist ein ständiger Kampf gegen den Rückfall.
Auch Benny (18) fing früh an zu konsumieren: Alkohol, Hasch, Speed, LSD, Crack. Einige Zeit schlug er sich obdachlos auf der Straße durch, den Kontakt zu seiner Mutter hat er jedoch nie ganz verloren. Wie fast alle Eltern, plagten auch Bennys Mutter dauernde Vorwürfe und immer wieder die Frage: Warum mein Kind?
SPIEGEL TV Thema hat junge Menschen mehrere Wochen bei ihrem Kampf gegen die Sucht begleitet und mit Eltern, Betreuern und Ärzten gesprochen.