"ZDF.reportage" über Flüchtlinge Willkommen oder unerwünscht?
Duisburg-Marxloh: Zuflucht in der Multi-Kulti-Stadt
Foto: Maja Hitij/ picture alliance / dpaDie Stadt Duisburg im Ruhrgebiet: Sie gilt schon lange als "Multi-Kulti-Stadt", hat einen hohen Migranten-Anteil. Die Flüchtlingskrise stellt die Kommune vor neue Herausforderungen. In Duisburg leben eine halbe Million Menschen aus 145 Nationen. Die Arbeitslosigkeit liegt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt. Jetzt muss die Stadt mehrere Tausend Flüchtlinge aufnehmen. Wie gehen die Menschen mit dieser Situation um?
Die "ZDF.reportage" taucht ein in eine Stadt mit einem traditionell hohen Ausländeranteil und beobachtet, wie sich die Stimmung unter Migranten, Flüchtlingen und Deutschen in Duisburg angesichts der aktuellen Situation verändert.
Hauswart Peter Klenczar betreut im Stadtteil Rheinhausen eine Wohnanlage der städtischen Wohnungsbaugesellschaft. Die 156 Wohnungen sollten eigentlich abgerissen und neu gebaut werden. Doch dann kamen die Flüchtlinge. 69 Wohnungen werden jetzt von ihnen bewohnt, Tür an Tür mit alteingesessenen Duisburgern. Der Hauswart versucht, die Reibungspunkte zu vermindern. Aus Sicht der Nachbarn ist die Kommunikation das größte Problem. "Wir können ihnen nicht sagen, dass bei uns am Sonntag nicht gehämmert wird, oder so etwas wie Nachtruhe gilt."
Auf der Weseler Straße in Duisburg-Marxloh reihen sich arabische Handyläden und türkische Restaurants aneinander. Unter den alteingesessenen Migranten ist die Stimmung aufgebracht, insbesondere wegen der vielen Zuwanderer aus Rumänien und Bulgarien, die sich ihrer Meinung nach nicht genug integrieren. In der Aletta-Haniel-Gesamtschule werden in sechs Klassen mittlerweile rund 100 Flüchtlingskinder unterrichtet. Viele von ihnen sind der deutschen Sprache nicht mächtig. Lehrer und Schulleitung kämpfen jeden Tag dafür, dass die Kinder aus Syrien und dem Irak schnell Deutsch lernen. Denn das sei das Fundament für die Integration.