Bildung: Zusätzliche Abschlüsse verringern soziale Ungleichheiten kaum - DER SPIEGEL
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Ausbildungswege Zusätzliche Abschlüsse verringern soziale Ungleichheit kaum

Mehr Bildung verbessert zwar individuell Einkommen und Karrierechancen, gleicht soziale Unterschiede aber kaum aus. Eine neue Auswertung zeigt: Entscheidend ist der erste Abschluss.
Jobbewerber (Symbolbild): Auswertung der Uni Bamberg zeigt: Prägende Bildungsunterschiede entstehen früh im Leben
Jobbewerber (Symbolbild): Auswertung der Uni Bamberg zeigt: Prägende Bildungsunterschiede entstehen früh im Leben

Jobbewerber (Symbolbild): Auswertung der Uni Bamberg zeigt: Prägende Bildungsunterschiede entstehen früh im Leben

Foto: skynesher / E+ / Getty Images

Nach dem Berufseinstieg doch noch einmal studieren oder den Meister machen: Zusätzliche Bildungsabschlüsse führen zwar zu besseren Einkommens- und Karrierechancen. Soziale Ungleichheiten lassen sich durch mehr Bildung allerdings kaum verringern.

Zu diesem Schluss kommt ein Forschungsprojekt der Universität Bamberg . Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler wollten herausfinden, welchen Einfluss nachträglich erworbene Bildungsabschlüsse – sogenannte Höherqualifizierung – auf Einkommen und beruflichen Erfolg haben. Dazu werteten sie Daten des Nationalen Bildungspanels aus, das Bildungs- und Erwerbsverläufe über viele Jahre hinweg dokumentiert. Um die Lohnentwicklung zu untersuchen, verknüpften sie diese Informationen zusätzlich mit Sozialversicherungsdaten des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Forderung nach früheren Maßnahmen

Demnach prägten vor allem Bildungsunterschiede, die früh im Lebenslauf entstehen, die späteren Einkommens- und Statusunterschiede zwischen Menschen verschiedener sozialer Herkunft, heißt es in einer Pressemitteilung der Hochschule . Besonders wichtig sei dabei derjenige Abschluss, mit dem Menschen in den Arbeitsmarkt eintreten. Später erworbene Abschlüsse könnten zwar die individuellen Chancen verbessern. Abstände zwischen den Herkunftsgruppen veränderten sich dadurch aber nur wenig.

»Wenn soziale Ungleichheiten wirksam verringert werden sollen, müssen Maßnahmen früher ansetzen«, sagte der Soziologe Steffen Schindler, der die Untersuchung mit seinem Team durchführte. »Entscheidend ist, dass junge Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft möglichst gleiche Bildungschancen erhalten.«

Man müsse dabei zwischen individuellem Aufstieg und gesellschaftlicher Chancengleichheit unterscheiden, so Schindler. »Wenn Menschen aus privilegierten und weniger privilegierten Familien in ähnlichem Maße von zusätzlichen Bildungsabschlüssen profitieren, bleiben die Abstände insgesamt in Einkommen und beruflichem Status zwischen den Gruppen weitgehend bestehen.«

faq/KNA

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