Zulassungsbeschränkungen an deutschen Hochschulen Wo man ohne NC oder Eignungstest studieren kann
Volle Hörsäle: Studiengänge werden immer offener (Symbolbild)
Foto: skynesher / E+ / Getty ImagesHochschulen in Deutschland sind offener für Studierende als noch vor zehn Jahren. Im kommenden Wintersemester sind nur 32,5 Prozent der Studienangebote zulassungsbeschränkt, benötigen also einen bestimmten Notendurchschnitt, ein Auswahlverfahren oder eine Eignungsprüfung. Das zeigt eine jährliche Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE). Grundlage sind die Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz. Im Wintersemester 2015/16 waren es demnach noch 42 Prozent. Auch im Vorjahr lag der Wert bundesweit noch 2,7 Prozentpunkte höher.
Wirft man einen Blick auf die Bundesländer, ist der Anteil zugangsbeschränkter Studiengänge in Berlin (54,4 Prozent) und in Baden-Württemberg (50,2 Prozent) am höchsten. Die geringsten Hürden gibt es an den Hochschulen in Thüringen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg – dort ist weniger als jeder fünfte Studiengang zulassungsbeschränkt. Beschränkungen finden sich tendenziell häufiger in großen Städten beziehungsweise den Stadtstaaten. Aber auch in typischen Studierendenstädten wie Leipzig, Freiburg, Konstanz, Braunschweig, Göttingen oder Heidelberg kommen Beschränkungen öfter vor.
Die Analyse zeigt außerdem, dass an Universitäten mit 29,7 Prozent minimal weniger Studiengänge beschränkt sind als an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften mit 30,8 Prozent. Zudem sind Bachelorstudiengänge (30,6 Prozent) zugänglicher als Masterstudiengänge (33,8 Prozent).
Nach Fächergruppen betrachtet sind vor allem Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften von Zulassungsbeschränkungen betroffen, während in den Ingenieur- und Naturwissenschaften mehr als drei Viertel der Angebote frei zugänglich sind.
Auch in der Medizin entspannt sich die Lage
»Grund für den Rückgang der Zugangsbeschränkungen sind die gesunkenen Erstsemesterzahlen sowie die gleichzeitige Zunahme der Studienangebote«, so das CHE. Aktuell beginnen laut der Auswertung pro Jahr rund 800.000 Studierende ein grundständiges oder weiterführendes Studium, die Zahl der angebotenen Studiengänge liegt aktuell bei mehr als 22.000.
Die meisten Studierenden können heute also das Fach ihrer Wahl an ihrer Wunschhochschule aufnehmen. Selbst in bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern wie Medizin oder Pharmazie habe sich die Lage für die Bewerberinnen und Bewerber bei der Studienplatzvergabe entspannt.
Anmerkung der Redaktion: Eine Erklärung dazu, was zulassungsbeschränkt bedeutet, war missverständlich formuliert. Wir haben die Angaben korrigiert.