Bronson van Wyck "Born to Party Forced to Work": Feiern wie ein Profi - DER SPIEGEL
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Was Partys besser macht: Tipps vom Veranstaltungsexperten

Foto: Stephen Karlisch/ Phaidon

Bildband von berühmtem Party-Organisator So feiert ein Profi

Wenn Madonna, die Clintons oder Beyoncé ein Fest geben wollen, rufen sie Bronson van Wyck an. Nun hat der professionelle Partyschmeißer ein Buch gemacht über die Kunst einer unvergesslichen Feier.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bronson van Wyck hat in seinem Leben viel zu feiern gehabt: Geboren in eine Familie von Großgrundbesitzern, wuchs er in der ländlichen Idylle einer Farm auf. Wobei Farm untertrieben ist. Es war eine jener Anlagen mit eigenem Namen: Arrowhead. In dieser Größenordnung. Nach dem Studium in Yale - wo ordentlich Party gemacht wurde - wusste der Junge nicht so recht etwas mit sich anzufangen.

Also begann er ein Praktikum in der US-Botschaft in Paris, damals das Reich von Pamela Harriman, ehemalige Schwiegertochter Winston Churchills, Gesellschaftsdame von nicht ganz tadellosem Ruf - und eine großartige Gastgeberin.

In Frankreich lernte van Wyck die Bedeutung von Sitzplänen und wie man Gästen besondere Aufmerksamkeit schenkt: Seine Chefin führte akribisch Buch über ihre Begegnungen, um beim nächsten Treffen ihrem Gegenüber mit einem vermeintlich elefantösen Gedächtnis schmeicheln zu können.

Auf die Partys in Paris folgte der Versuch einer Schauspielkarriere und eine Zeit, in der sich van Wyck mit dem Korrekturlesen von Drehbüchern über Wasser hielt. Er mag zwar mit dem goldenen Löffel im Mund zur Welt gekommen sein, doch gearbeitet wurde immer, betont van Wyck gleich zu Beginn seines Buchs "Born to Party Forced to Work". Darauf hätten seine Eltern bestanden. Seine Mutter war es dann auch, die ihn auf die Idee brachte, mit dem Feiern Geld zu verdienen.

Ein Leben lang Party

Nachdem er einmal am Telefon von Langeweile und Perspektivlosigkeit geklagt hatte, fragte Mama van Wyck, was ihr Sohn denn am liebsten tun würde. Eine Party schmeißen, war die Antwort. Darauf folgte ein Beispiel für mütterliche Fürsorge und geschäftstüchtigen Pragmatismus: "Dann lass uns eine Möglichkeit finden, damit Geld zu verdienen."

Die kam in Form einer Freundin, die Hilfe brauchte mit ihrer Hochzeit: Auf einmal galt es, eine Society-Sause auf die Beine zu stellen. Die "Vogue" berichtete, und Van Wyck & Van Wyck waren im Geschäft. Von da an waren es noch ein paar formellere Events bis zu P. Diddys 40. Geburtstag, Empfängen für Chanel oder der Hochzeitsfeier von Filmmogul George Lucas.

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Was Partys besser macht: Tipps vom Veranstaltungsexperten

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Bronson van Wyck als versnobten Salonlöwen einzusortieren, wäre jedoch unfair. Dieser Mann hat sich intensiv mit dem Zelebrieren von Festen auseinandergesetzt. Sogar mit dem Gedanken, ob kostspielige Events für die Reichen und Schönen überhaupt noch angebracht sind in Zeiten, da viele kürzertreten müssen, setzt er sich auseinander - und gelangt zu dem Schluss, dass des einen Freud' nicht unbedingt des anderen Leid bedeuten muss, sondern oftmals auch Jobs schafft (inklusive seines eigenen).

Die Rolle des Gastgebers

Für die allermeisten sind Feste sicher nicht die Großereignisse aus van Wycks Liga, aber ganz ohne Geld geht es auch im heimischen Wohnzimmer nicht. Gerne zeigt man sich spendabel - und vielleicht auch, was man hat. Deshalb weist der Autor an anderer Stelle auf den Unterschied zwischen großzügig und großkotzig hin. Seine Gäste kleinzumachen ist schließlich das Letzte, was ein guter Gastgeber will.

Um die Rolle des Gastgebers geht es viel in van Wycks Buch. Seine Überlegungen zu dessen Verantwortung beginnt er in der griechischen Mythologie bei Philemon und Baucis. Deren Tür stand, so will es die Legende, als einzige offen für zwei Dahergelaufene, die sich im Laufe des Abends als der Göttervater Zeus und dessen Sohn Hermes entpuppten. Ovids Ode auf die Gastfreundschaft dient van Wyck als Gebot der Liebenswürdigkeit, Großzügigkeit und Offenheit. Tugenden, auf denen seine Mutter und er vor mehr als 15 Jahren ihre Firma gegründet haben - und die jede Party besser machen.

Keine Fotos und ein gutes Frühstück

Natürlich kommt "Born to Party Forced to Work" nicht ohne Namedropping aus, immerhin sind die van Wycks noch im Geschäft, und dieses Buch ist auch eine Art Referenzschreiben. Zwischen all den Fotos von den gesellschaftlichen Anlässen der New Yorker High Society, Promi-Partys und Backstage-Momenten finden sich aber viele praktische Tipps zu allen Aspekten einer gelungenen Feier.

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Born to Party, Forced to Work: 21st Century Hospitality

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Die Kapitel reichen von den Einladungen (digital oder auf Papier? Erst auf Papier und die Erinnerung per Mail) bis hin zur Afterparty, die ja oft der eigentliche Höhepunkt ist. Dafür gelten bei van Wyck nur zwei Regeln: keine Fotos und ein gutes Frühstück! Das darin liegende Potenzial deutet er nur diskret an in dem Satz: "Außergewöhnliche Dinge können passieren, wenn nur noch der harte Kern übrig ist."

Andere Anekdoten aus dem Leben des professionellen Partyschmeißers werden ausführlicher berichtet. Etwa, wie man die Band "Earth, Wind & Fire" aus der Garderobe bekommt, in der sie sich seit einer Ewigkeit "zum Beten" verbarrikadiert hat, obwohl sie längst auf der Bühne stehen müsste: Man dreht die Musik im Raum auf volle Lautstärke. Ein guter Ratschlag für jede Feier.