Buenos Aires: Ken als Jesus, Barbie als Maria - DER SPIEGEL
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Barbie-Kunst: Heilige als Plastikpuppen

Foto: HECTOR RIO/ AFP

Kunst mit Puppen Barbie, die Heilige

Barbie als Jungfrau Maria, Ken als Christus am Kreuz: Eine Puppenausstellung sorgt im katholischen Argentinien, der Heimat von Papst Franziskus, für Aufregung.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Babysitter-Barbie. Die Löwendompteusen-Barbie und die Astronautin-Barbie. All diese verschiedenen Typen der berühmten Plastikpuppe gibt es, stellte die argentinische Künstlerin Marianela Perelli  fest. Aber warum eigentlich gibt es keine Barbie vom Typ Jungfrau Maria? Sie wollte es wissen.

Also schuf Perelli genau diese Figur und wurde dabei von ihrem Freund Emiliano Paolini unterstützt. Nun stellen die beiden ihre Modelle vor. In der Ausstellung "Barbie, die Plastikreligion. Heilige und Sünder". Hierfür haben sie 33 Puppen kreiert, die alle eine Verbindung zum Glauben haben.

Die Barbie wird zur Schutzpatronin Mexikos, zur Hindu-Göttin Kali, zu Jeanne d'Arc, oder eben zur Muttergottes. Als Maria Magdalena zeigt sie sich mit entblößter Brust und der Inschrift: "Heilige, Ehefrau oder Prostituierte?" Ken kommt in Perellis Ausstellung als schlanker und braungebrannter Moses, Buddha oder Jesus vor.

Die Wohnung des Künstlerpaares ist gleichzeitig Werkstatt, Spielzeugladen und Schrein - ein buntes Durcheinander aus heidnischen Altären, Heiligenbildchen, von der Decke hängenden Puppen, Gemälden und Statuen. Dazwischen stehen und liegen die Barbies und Kens, die unter dem Motto "15 Arten der Betrachtung von Christus" in Buenos Aires zu sehen sein werden.

"Die Religion und Barbie sind zwei populäre und universelle Konzepte", sagt Emiliano Paolini. "Wir wollten die zwei Traditionen verschmelzen, mit Liebe und Glauben, ohne Aggression oder Affront gegen die Religion."

Vor einem Jahr waren die beiden Künstler bei ihrem Projekt, das ab Samstag in der POPA Galería de Arte  in Buenos Aires ausgestellt wird, vor einer Flut böser Mails und Briefe in die Knie gegangen. Für Empörung habe vor allem der gekreuzigte Ken gesorgt, berichten sie. Nun sollen ihre Puppen aber doch gezeigt werden: "Wir haben nichts verändert", betont Perelli. "Wir haben Ken noch immer am Kreuz."

Zwar gab es auch diesmal Proteste, doch waren sie nicht so heftig wie vor einem Jahr - möglicherweise auch, weil in eineinhalb Wochen in Argentinien gewählt wird und andere Themen das Land beschäftigen. Perelli und Paolini können nicht verstehen, warum jemand ihre Kunst nicht wertschätzen könnte: "Wir sind religiöse und spirituelle Menschen", sagt Paolini. Sie machten ihre Arbeit aus Liebe und Respekt.

Jorgelina Hiba, AFP