Die perfekte Badehose: So geht Mann baden - DER SPIEGEL
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Nicht zu lang und nicht zu eng: In diesen Badehosen mach Mann eine gute Figur

Foto: A. R. Coster/ Getty Images

Die perfekte Badehose So geht Mann baden

Wer jung ist oder alt, hat mit der Suche nach einer Badehose keine Probleme. Die hat nur, wer irgendwo dazwischenliegt. Zumindest, seit James Bond ins Wasser gestiegen ist.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Pauschalurlaub auf Lanzarote vor ein paar Jahren erinnern. Immer wenn ich dort am Pool lag, bewunderte ich vor allem die älteren Männer. Mit welchem Stolz sie ihre oft imposante Wampe durch die Gegend schoben, darunter dann meistens ein knappes Badehöschen, das vom überhängenden Bauch größtenteils verdeckt wurde. Ja, das ist das Schöne, wenn man über 60 ist, dachte ich, man kann so dick sein, wie man will, und es ist auch völlig egal, welche Badehose man anhat. Sieht dann eh keiner.

Aber leider habe ich bis dahin noch mindestens 20 Jahre Lebenszeit zu überbrücken, und bis dahin wird es bei mir noch ein paar Strand- oder Pooltage geben. Lange Zeit war es irgendwie egal, was man anhatte, wenn man als Kerl ins Wasser sprang oder am Strand flanierte, da tat es auch noch die Billig-Shorts mit Innennetzhose, die man mal irgendwann in einem Urlaub in irgendeinem Ramschladen gekauft hatte. Aber dann kam James Bond. Oder besser gesagt es kam Daniel Craig, dieser Brummbär, der nie lacht und sowieso der schlechteste James-Bond-Darsteller aller Zeiten ist. In "Skyfall" ging er auch ein wenig im Pool planschen, das hatte die Eleganz einer Ohrenqualle, aber: Er hatte die richtige Badehose an. Und noch schlimmer: Alle Frauen haben diese Szene gesehen und im Gedächtnis abgespeichert.

Die Hose sollte dem Träger Würde verleihen

Seitdem ist es vorbei mit "Ich nehme einfach mal die Badehose, die eh schon seit zehn Jahren im Schrank liegt" oder gar mit "Schatz, macht doch nichts, wenn es am Strand ein bisschen am Bauch schwabbelt, oder?". Nein, ein neues Modell muss her. Aber was für eins? Wer ein wenig auf Surfer macht, der darf diese langen Hosen anziehen, die bis über die Knie gehen. Aber das ist mit spätestens 25 Jahren vorbei. Wer Italiener ist, gut gebräunt, gut trainiert und sich mit Sonnenöl einschmiert statt mit Sunblocker, der darf auch diese knallengen "Briefs" tragen. Olympia-Schwimmer sowieso. Mit über 60 geht alles - siehe oben. Aber was macht der geneigte Vierzigjährige? Also die Männer in dem Alter, in dem Daniel damals aus dem Wasser stieg? Dazu muss man überlegen, dass so eine Hose ihrem Träger vor allem Würde verleihen sollte. Das hört sich hochtrabend an, aber kaum etwas kann schneller albern an einem Kerl aussehen als eine falsche Badehose. Etwa wenn sie irgendwelche Körperteile mit ihrem Gummizug abdrückt oder gar beim Bücken so rutscht, dass sie andere entblößt. Zu kurz oder zu lang sieht auch schnell fies aus, da kommt es natürlich auch auf die Körpergröße an. Auch bei der Farbe kann man schnell danebengreifen. Wer selbst eher einen blassen Teint hat, sollte vielleicht nicht gerade zu hellen Tönen greifen. Oder gar zu Schwarz - das sieht dann aus, als wolle man gleich noch auf das Strandkonzert der "Sisters of Mercy". Töne wie Navyblau passen da sicherlich besser.

Und die Form? Da müssen wir in den sauren Apfel beißen und mal Herrn Craig als Vorbild nehmen. Die klassische Badeshorts ist es, ohne malträtierenden Gummizug, mal kürzer, mal länger, aber in unserem Falle kommt keine andere Form in Betracht. Die Idee für diese Art Badehose kam Alan Brown, der eigentlich Fotograf war, als er sich auf einem 40. Geburtstag am Pool mal umblickte und dachte: Oh mein Gott! Und die Dinge selbst in die Hand nahm. Wichtigste Kriterien waren die Würde ("Ich möchte doch nicht, dass mein Fett am Rücken herausgepresst wird") und auch, dass das Material schnell trocknet. Da unterscheiden sich oft die schlechten von den guten Hosen. Lieber eine gute kaufen als drei mittelmäßige. Am besten gleich zwei kaufen und nach dem Baden tauschen, sonst liegt man immer mit halbnasser Hose auf dem Handtuch oder der Liege, was kein schönes Gefühl ist.

Seit Daniel aus dem Wasser stieg, sind Marken wie Orlebar Brown oder auch Vilebrequin schwer angesagt, auch wenn man dort für eine vernünftige Badehose den Preis für ein vernünftiges Paar Schuhe hinlegt. Klassischer Stil plus eine Farbe, damit kann man nie viel verkehrt machen. Neuerdings sind auch bedruckte Shorts schwer im Trend, mit Blumenmustern, Palmen oder Segelbooten drauf, je nach Persönlichkeit des Trägers gibt es auch welche mit Schildkröten oder Haien. Oder - der neueste Schrei - gar Stoffe, die eigentlich unifarben sind und erst in Berührung mit Wasser ihr Muster zeigen. Aber auch da ist Vorsicht geboten, da kann man schnell zu viel wollen, und was im Umkleidekabinenübermut gekauft wurde, kann nachher am Strand schnell peinlich wirken. Freundin mitnehmen beim Badehosenkauf ist immer ein guter Tipp, der vor Fehlkäufen bewahrt.

Oder Sie gehen noch einen Schritt weiter und lassen sich eine Badehose mit Ihrem Lieblingsfoto darauf drucken. Auch das wird neuerdings von verschiedenen Firmen angeboten. Ich habe mich auch dafür entschieden und schwanke noch: Ein Foto von mir in der alten Badehose, als ich gerade aus dem Wasser steige? Oder doch Daniel Craig beim Poolplanschen? Ich werde mal meine Freundin um ihre Meinung bitten…

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