Haus Deià: Traditionell modern
Ferienhaus auf Mallorca Dorfschönheit
Deià liegt an der Nordwestküste Mallorcas. Ein 700-Einwohner-Dorf in einem Tal 400 Meter über dem Meeresspiegel. Künstler wie Joan Miró und Frédéric Chopin bescherten dem Ort das Label Künstlerdorf. Doch spätestens seit der Milliardär Richard Branson hierhin Geschäftspartner und Freunde einlädt, ist es ein Ferienziel für Promis und Luxustouristen.
Wer in Haus "Deià" entspannt, wollten die Designer Oro del Negro und Manuel Villanueva nicht verraten. Dafür erzählten sie dem Buchautor Thomas Niederste-Werbeck, wie sie in den Räumen des alten Hauses moderne und traditionelle Elemente zu einer gelungenen Einrichtung vermischten.
Ihr Konzept beschreiben sie als Balanceakt zwischen den Gegensatzpaaren Alt und Neu, Einfachheit und Komplexität, Landschaft und Innenwelt, Kante und Kurve sowie "Oro und Manuel". Wie gut den beiden dieser Ausgleich gelingt, zeigt sich schon an der Eingangstür. Sie ist eine Maßanfertigung eines örtlichen Tischlers: Eichenholz, beschlagen mit handgeschmiedeten Türgriffen und einem Messingschloss.
Haus Deià: Traditionell modern
Für ihre Neuinterpretation des traditionell Mallorquinischen griffen sie auf die Hilfe einheimischer Handwerker und Künstler zurück. Lokale Ressourcen seien immer ihr Mittel der Wahl, schreibt Niederste-Werbeck in seinem Buch "Mallorca mit Stil", für das er die Designer interviewt hat. Dabei gehe es ihnen aber nicht um die reine Verwendung. Neuartig und überraschend müsse der Einsatz sein. Wie zum Beispiel im Fußboden, für den sie Natursteine mit elfenbeinfarbigem Zement kombinierten. Urban-clean trifft auf ländlich-schlicht.
Das gilt auch für den Essbereich: Vor rustikalen aufgearbeiteten Holztüren eines Einbauschranks steht ein runder Esstisch im skandinavischen Design. Gesessen wird auf transparenten Ghost-Stühlen von Philippe Starck. Anderes Mobiliar ist von den Einrichtern selbst entworfen worden, etwa die Lampen aus recyceltem Messing, die del Negro und Villanueva zusammen mit einem baskischen Designstudio gebaut haben.
Den Kontrast zwischen Tradition und Moderne verschärfen rote, rosa und schwarze Farbakzente vor natürlichen Materialien und Oberflächen. Besonders eindrucksvoll inszeniert ist das im Wohn-Essbereich. Vor der weißen Kaminwand steht ein rotes Sofa. Nebenan wird ein an sich schmuckloser Stahlträger dank rosa Anstrich zum markanten Designelement.
Einfach, aber wirkungsvoll
Im Bad geht es ruhiger zu. Es gibt wenig, was den Blick ablenken könnte. Die Wände sind mit Naturputz verkleidet. Aus einer alten gusseisernen Wanne und Mikrozement machten die Innenarchitekten eine perfekt in die Fensternische eingepasste Badewanne. Für die Armaturen wählten sie unlackierten Messing, der Waschtisch ist aus Stein.
Im Außenbereich und auf der Dachterrasse zeigt sich noch einmal der Spür- und Kombinationssinn der beiden Designer: zu einem antiken Esstisch gesellen sich Stahlrohrstühle aus dem Internet, Schafsfelle von Ikea und eine Lampe, deren Schirm früher einmal das Gefängnis für einen balinesischen Hahn war. Skandinavische und balinesische Einsprengsel in einer spanischen Designarbeit, die Tradition und Moderne verbindet. Gekonnt ist gekonnt.