Iman Mohamed Abdulmajid: Das erste schwarze Supermodel - DER SPIEGEL
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Das erste schwarze Supermodel: Die Karriere der Iman Mohamed Abdulmajid

Foto: AP/ /Keystone

Iman Mohamed Abdulmajid Das erste schwarze Supermodel wird 60

Ihre beeindruckende Karriere begann mit einem Zufall: Ein Modefotograf entdeckte die Somalierin Iman 1975 auf der Straße - und machte sie zum ersten schwarzen Supermodel. Nun wird die Frau von David Bowie 60.
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Der entscheidende Moment im Leben von Iman Mohamed Abdulmajid ereignete sich auf den Straßen von Kenias Hauptstadt Nairobi. Damals, 1975, entdeckte der US-Modefotograf Peter Beard die junge Studentin im Menschengewusel und bat sie um ein Bild. Iman willigte ein - und verlangte 8000 Dollar dafür, ihre gesamten Studiengebühren.

"Was hätte schon passieren können? Er hätte höchstens 'Nein' sagen können", erinnerte sie sich jüngst im britischen "Guardian". "Wenn man nicht fragt, bekommt man auch nichts. Das hat mir meine Mutter beigebracht."

Beard bekam sein Foto von der schlanken Frau mit dem inzwischen längst berühmt gewordenen langen Hals. Für Iman war es der Grundstein für eine Weltkarriere, die sie zur Mode-Ikone und zum ersten schwarzen Supermodel machte. Am Samstag wird sie 60.

"Dann könnte ich jetzt in einem Flüchtlingslager sein"

Großes Glück sei das Zufallstreffen mit Beard gewesen, da ist sich die inzwischen nur noch unter ihrem Vornamen bekannte Iman sicher. Es hätte auch eine andere Straße und ein anderes Mädchen sein können. "Dann könnte ich jetzt in einem Flüchtlingslager sein. Es gibt Menschen, die seit 20 Jahren in Flüchtlingslagern leben, und ich könnte eine von ihnen sein."

Imans Leben aber ist das genaue Gegenteil davon: Eine jahrelange Laufstegkarriere, Auftritte in Hollywood-Filmen, Bücher und mehrere Mode- und Kosmetikunternehmen haben sie reich werden lassen. Mit ihrem Ehemann, dem Musiker David Bowie, und der gemeinsamen Tochter lebt Iman in einer Luxuswohnung in Manhattan.

Als erstes schwarzes Supermodel musste Iman gegen viele Vorurteile kämpfen: "Ich habe das nie verstanden. Die Menschen nannten mich das 'schwarze Model'. In meinem Land waren alle schwarz, also hat niemand den anderen schwarz genannt. Das war neu für mich", sagte sie dem "Guardian".

Perfektionistisch und extrem diszipliniert

Heute setzt sie sich für eine größere Akzeptanz schwarzer Models ein und engagiert sich auch für ihr kriselndes Heimatland Somalia. "Das Somalia, in dem ich groß geworden bin, gibt es nicht mehr." Inzwischen fühle sie sich "absolut als New Yorkerin".

Von den Laufstegen hat sich Iman, die für zahlreiche Haute-Couture-Marken und bekannte Fotografen arbeitete, schon Ende der Achtzigerjahre zurückgezogen. "Ich bin eines Morgens aufgewacht, und es gab die Naomis und die Lindas und alle anderen", sagte Iman einmal in einem Interview mit Bezug auf ihre Kolleginnen Naomi Campbell und Linda Evangelista. "Das war es dann für mich."

Iman galt stets als perfektionistisch und extrem diszipliniert - aber sie feierte auch gerne. Im legendären New Yorker Nachtclub "Studio 54" habe sie "alles mitgemacht", sagte sie einmal dem Magazin "Harper's Bazaar". "Gerettet hat mich, dass ich immer wusste, wann ich die Party verlassen muss." Ohne Oberteil ließ sie sich nur einmal fotografieren. "Wenn meine Eltern zu Besuch kommen, verstecke ich die Fotos unter dem Bett."

Von Christina Horsten, dpa