Editorial
»Reisen bedeutet Veränderung, Abschied vom Alten und Ankunft im Neuen«, schreibt Felicitas Hoppe in ihrem Essay zu dieser Ausgabe. Die Schriftstellerin traute sich selbst lange nicht aufzubrechen – bis sie vor Jahren mit einem Schiff die Welt umrundete. Den Aufbruch hat Hoppe nicht bereut, denn die Welt begreife nur, »wer sie persönlich umarmt hat«.
Auch Sven Marquardt brauchte viel Zeit, um sich auf die Ferne einzulassen. Als Ostberliner Punk in den 80ern sagte er noch: »New York ist da, wo wir sind.« Heute stellt der Türsteher des Technoclubs Berghain und gelernte Fotograf in der US-Metropole aus. Seine Berliner Porträts wurden schon auf Einladung des Goethe-Instituts in Brasilien, Tel Aviv oder Schweden gezeigt. Doch erst seit fünf Jahren fotografiert Marquardt, Symbolfigur des Berliner Nachtlebens, auch im Ausland: »Die Freiheit ist mir nicht in die Wiege gelegt worden, ich musste sie erst lernen. Es braucht viel Selbstvertrauen, um zu reisen, sich neue Orte zu erschließen«, sagt er. Wir zeigen frühe und aktuelle Arbeiten von Marquardt, sie entstanden im Ostberlin der Achtzigerjahre, auf Island, in Sydney und im Osten Deutschlands von heute.
Für dieses Reiseheft, unsere 20. Ausgabe, haben wir zudem verschiedene Persönlichkeiten – Autorinnen, Künstler, einen Parfümeur – gebeten, uns an ihre Sehnsuchtsorte zu führen. Zu den Hundegräbern der englischen Königsfamilie in Sandringham , in die afrikanische Savanne oder in die Gassen von Marrakesch . Solche Orte verraten viel darüber, wer wir sind – oder wer wir gern wären.
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Viel Freude mit S, Ihre Redaktion
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