Architektur von Frankreich bis Südkorea: Reine Formsache
Architekturfotografie Hier Baukunst, dort Bausünde
Wir sind umgeben von Architektur. Mal ist sie beeindruckend, mal beängstigend, mal ist sie zweckmäßig, mal nicht. Hier Baukunst, dort Bausünde. In den meisten Fällen ist sie aber vor allem eins: unauffällig. Oder nehmen Sie noch wahr, an welchen Gebäuden sie täglich vorbeikommen? "Die meisten von uns schenken der Architektur und den uns umgebenden Stadtlandschaften keine große Aufmerksamkeit mehr", findet der Fotograf Andrés Gallardo Albajar . Das möchte er ändern. Seine Arbeit soll die Menschen dazu ermutigen, die Orte, an denen wir leben, wieder bewusst zu sehen.
Vor rund sechs Jahren fing der Spanier mit der Architekturfotografie an. Zuerst knipste er nur in seiner derzeitigen Heimatstadt Tallinn. Die Resonanz auf seine Bilder war aber so gut, dass er beschloss, an der Serie "Urban Geometry" weiterzuarbeiten. Nicht mehr nur in Estland, sondern überall auf der Welt. Finnland, Litauen, Dänemark, Schweden, Spanien, Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Tschechien, China und Südkorea hat er unter anderem schon bereist auf seiner Suche nach besonderen Gebäuden.
Architektur von Frankreich bis Südkorea: Reine Formsache
Bevor er eine Stadt besucht, recherchiert der Fotograf online, wo sich architektonisch spannende Gebäude befinden. Seit einer Weile nutzt er auch Instagram, um interessante Motive zu finden. Einige sind leicht zu finden, da sie jeder kennt. "Aber manche meiner Lieblingsfotos passieren einfach an zufälligen Orten, die ich beim Spaziergang durch die Städte finde", sagt er.
Gallardo Albajars Favorit ist aktuell ein Gebäude von Zaha Hadid: Der Dongdaemun Design Plaza, Seouls neuestes Wahrzeichen. Der futuristische Bau mit seinen organischen Formen wurde 2014 fertiggestellt. Die geschwungene Linienführung des Gebäudes orientierte die Pritzker-Preisträgerin an der alten Stadtmauer von Seoul. Gallardo Albajar nutzte einen längeren Aufenthalt in der südkoreanischen Hauptstadt, um die Sehenswürdigkeit aus verschiedenen Perspektiven und zu unterschiedlichen Zeiten zu fotografieren.
Meist fotografiert Gallardo Albajar aber von der Straße aus. Doch wann immer sich eine Möglichkeit ergibt, versucht er auch, einen höheren Standpunkt einzunehmen. Etwa indem er sich in ein anderes Gebäude begibt. Nur aus verschiedenen Blickwinkeln kann er auf seinen Bildern alle geometrische Formen, Linien, wiederkehrende Muster, Schatten und architektonische Details zeigen.
Zuletzt war Gallardo Albajar zwei Monate in Taiwan unterwegs. Die nächsten Fotos, die er zeigen wird, sind in Taipeh und Taichung entstanden. Welche Gebäude er dort fotografiert hat, möchte er allerdings noch nicht verraten. Die gibt es demnächst auf seinem Instagram-Account zu sehen.