Feiern für Fortgeschrittene Wie verhindere ich einen Kater?
Kardinalfehler Durcheinandertrinken: Was tun, wenn der Schädel brummt?
Foto: Jens Büttner/ dpaDen sichersten Anti-Kater-Tipp kennt Lemmy Kilmister, Sänger der Metalband Motörhead: "Ich kriege keinen Kater. Du musst mit dem Trinken aufhören, um einen Kater zu bekommen. Warum aufhören?" Theoretisch hat er recht. Ein Kater - medizinischer Fachausdruck: Veisalgia - stellt sich nur dann ein, wenn der Pegel sinkt. Wer immer wieder nachschüttet, bleibt von Kopfschmerzen, Übelkeit und Schlappheitsgefühl verschont. Lemmy Kilmister befolgt sein Prinzip angeblich schon seit Jahren erfolgreich.
Weltweit existieren die unterschiedlichsten vermeintlichen Geheimrezepte zur Katerprävention, die meisten davon haben jedoch höchstens eine Placebo-Wirkung. In Russland gilt das Trinken von Gurkenwasser als beste Vorkehrung, in den USA ist es verbrannter Toast. Auch in Deutschland kursieren absurde Hausmitteltipps, die man getrost vergessen kann. Daneben gibt es aber auch einige simple Ratschläge, die wirklich helfen.
Hauptgrund für einen Kater ist Dehydratation- also Wassermangel: Auf die Einnahme von Alkohol reagiert der Körper, indem er ein Vielfaches an Flüssigkeit ausscheidet. Biologisch gesehen bekommen Frauen leichter einen Kater als Männer, das liegt am geringeren Wasseranteil im Körper. In der Realität leiden aber die Männer häufiger. Sie trinken schlicht öfter und mehr. Neben der Dehydratation spielen verschiedene Substanzen in den Getränken eine Rolle, unter anderem die sogenannten Fuselalkohole.
Fünf Regeln sollte einhalten, wer dem Kater den Kampf ansagen möchte:
1. Schon vor dem Weggehen viel Wasser trinken. (Notfalls genügen zwei Gläser.)
2. Statt kohlehydratlastig lieber fettig essen (also Steak statt Pasta). Das Fett dockt an den Magenschleimhäuten an und verlangsamt für die nächsten Stunden die Alkoholaufnahme im Blut.
3. Unterwegs dann zwischen zwei alkoholischen Getränken immer ein Glas Wasser bestellen. Wenn Sie das aus Coolness-Gründen nicht wollen: Trinken Sie (so es die hygienischen Zustände vor Ort zulassen) auf der Toilette aus der Leitung. Dort müssen Sie sowieso öfters hin, sollten Sie die Regeln hier tatsächlich befolgen. Oder füllen Sie einfach die leere Bierflasche mit Wasser auf.
4. Auch die Getränkewahl ist wichtig. Wodka, Gin, Weißwein und Bier sind besser, Rotwein, Whiskey und Weinbrand schlechter, Glühwein und Bowle ebenfalls. Für Bier gilt: Weizen bereitet mehr Kopfschmerzen als Pils, Export oder Lager. Das liegt an der Menge der Fuselöle, die beim Gären entsteht.
5. Vor dem Schlafengehen unbedingt noch einmal Wasser trinken. Jetzt schon vorsorglich Aspirin oder Ibuprofen einzuwerfen, bringt dagegen gar nichts. Bis Sie aufwachen, ist der Wirkstoff im Körper abgebaut.
Dies ist ein Auszug aus dem Buch "Nachts sind alle Katzen blau. Feiern für Fortgeschrittene", erschienen im Goldmann-Verlag.
FEIERN FÜR FORTGESCHRITTENE
So geht Steilgehen: Soll ich bei Trinkspielen mitmachen? Worüber rede ich beim Flirten? Wie verhalte ich mich auf Partys, wenn mein Partner dabei ist? Held oder Hampelmann - wo sonst ist dieser Grat schmaler als im Nachtleben? Die Feier-Experten Sebastian Leber und Nana Heymann beantworten die wichtigsten Feier-Fragen. mehr...