11. September Wer will, kann zu Hause bleiben
Frankfurt am Main - Wer sich angesichts der Ereignisse vor einem Jahr außer Stande sähe zu arbeiten, hätten die Möglichkeit gehabt, zu Hause zu bleiben, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. Die Geschäftsabläufe seien aber nicht beeinträchtigt. Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen hat es dem Sprecher zufolge anlässlich des Jahrestages jedoch nicht gegeben. Nach den Anschlägen vor einem Jahr sei bei der Deutschen Bank ein erhöhtes Sicherheitsniveau eingeführt worden, das bis heute durchgehalten werde, so der Sprecher.
"Einerseits ist es gut, an die Opfer zu denken, andererseits sollte man dem Terror nicht so viel Raum geben, dass das Arbeiten zum Erliegen kommt", sagte Citibank-Sprecher Matthias Dezes.
Der Allianz-Konzern stellte es nach Angaben einer Sprecherin Mitarbeitern in den USA frei, Gedenkfeiern zu besuchen. Tochtergesellschaften des Münchener Versicherers hatten im Südturm des World Trade Centers und in umliegenden Gebäuden Büros. Alle Mitarbeiter konnten sich damals retten. Auch die Angestellten der HypoVereinsbank in den USA konnten nach deren Angaben frei nehmen. An den Bankstandorten in New York und London seien Gedenkminuten zum Zeitpunkt des Einschlags des ersten Flugzeugs in das World Trade Center und des Einsturzes des zweiten Turms rund eineinhalb Stunden später geplant, sagte ein Unternehmenssprecher. BMW und Siemens ermöglichten es ihren Mitarbeitern ebenfalls, an Gedenkveranstaltungen teilzunehmen.
Der deutsch-amerikanische Autohersteller DaimlerChrysler setzte in allen Standorten die Fahnen auf Halbmast. Die Internetfirma Yahoo hielt anlässlich des Jahrestages ihre sonst bunte Homepage völlig in grau.
Die Deutsche Börse hat für 14.46 Uhr mitteleuropäischer Zeit - dem Zeitpunkt des Einschlages des ersten entführten Flugzeuges in den nördlichen Turm des World Trade Center - alle Marktteilnehmer zu zwei Schweigeminuten aufgerufen und gebeten, in dieser Zeit nicht zu handeln. An der Wall Street werden die Börsen wegen einer Gedenkveranstaltung für die rund 3000 Opfer der Anschläge frühestens um 17 Uhr den Handel aufnehmen.