787-Programm: Airbus-Mutter kooperiert mit Boeing - DER SPIEGEL
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787-Programm Airbus-Mutter kooperiert mit Boeing

Mit der Langstreckenmaschine 787 will der US-Konzern Boeing dem europäischen Erzrivalen Airbus wieder die Markführerschaft im Zivilflugzeugbau abnehmen. Dabei bekommen die Amerikaner nun Unterstützung von der Airbus-Mutter EADS.
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Hamburg - Vom Augsburger EADS-Werk soll ein großes Rumpfbauteil aus Verbundwerkstoff für die 787-Produktion geliefert werden, berichtet die "Financial Times Deutschland" vorab aus ihrer Mittwochausgabe. Demnach gibt es einen Vorvertrag, aber noch keinen Serienvertrag.

EADS-Sprecher Rainer Ohler bestätigte im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE entsprechende Kooperationspläne. Wie er weiter sagte, soll eine kanadische EADS-Dependance zudem Seitenstreben für die 787 liefern. "Das ist ein Zeichen für unserer Wettbewerbsfähigkeit", sagte Ohler. Er wies darauf hin, dass ein spanisches EADS-Werk bereits in der Vergangenheit als Zulieferer für andere Boeing-Maschinen aufgetreten sei.

Die Kooperation von EADS   und Boeing   beim 787-Programm überrascht dennoch. EADS ist der Mutterkonzern des europäischen Flugzeugbauers Airbus. Mit Airbus liefert sich Boeing seit Jahren einen erbitterten Konkurrenzkampf im Markt für Zivilflugzeuge. Das neue Boeing-Langstreckenflugzeug 787 gilt dabei als direkter Wettbewerber zum Airbus A350. EADS und der britische Partner BAE Systems hatten erst Anfang Oktober grünes Licht für das 4,35 Milliarden Euro teure Programm zum Bau der Maschine gegeben.

"Das ist eine der Ironien des globalen Zulieferermarktes", sagte eine Boeing-Sprecherin der "Seattle Times". Ein Airbus-Sprecher wollte die Kooperation zunächst nicht kommentieren.

Einen möglichen Konflikt mit Airbus sieht man bei EADS nicht: "Da sind wir ganz gelassen. Wir agieren in einer globalisierten Industrie, heute sind wir Partner, morgen Wettbewerber und übermorgen Zulieferer", sagte EADS-Sprecher Ohler.

Jörn Sucher