90-Kilo-Grenze: Gewichtslimit für australische Postboten - DER SPIEGEL
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90-Kilo-Grenze Gewichtslimit für australische Postboten

Bewerber, die in Australien Briefträger werden wollen, werden künftig vor dem Vorstellungsgespräch wohl noch einmal auf die Waage steigen. Denn die Post guckt jetzt auch auf die Figur, und die Vorgaben sind rigide: 90 Kilo ist die Obergrenze. Gewerkschafter sind empört.
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Sydney - Lea Jensch, Sprecherin der australischen Post, versuchte die Wogen zu glätten: "Niemand wird seinen Job verlieren, weil er 90,5 Kilo wiegt", erklärte sie. Doch die Empörung, die sich angesichts der neuen Einstellungsregeln der Post breit gemacht hat, konnte sie so nicht einmal ansatzweise bekämpfen. Mit ihrer Vorgabe, dass Bewerber für eine Stelle als Postbote nicht mehr als 90 Kilo wiegen dürfen, hat die australische Post vor allem die Gewerkschaft gegen sich aufgebracht.

Die Post diskriminiere Übergewichtige, donnerten Vertreter der Communications Workers Union. Abgesehen davon sei das Gewichtslimit auch noch ausgesprochen niedrig angesetzt - sogar so mancher Profi-Fußballer wiege mehr als 90 Kilo. Ans Licht gekommen war die neue Einstellungsvoraussetzung, weil sie in einer Werbekampagne für Bewerbungen bei dem Staatsunternehmen erwähnt wird. Entlassungen wegen Übergewichts seien zu allem Überdruss die logische Folge, fürchtet die Gewerkschaft. Gegen solche Fälle werde man aber mit aller Härte vorgehen.

Das Unternehmen biete seinen 9500 Mitarbeitern zahlreiche Programme zur gesunden Ernährung, um ihnen beim Abnehmen zu helfen, hielt Post-Sprecherin Jensch dagegen. Und auch ein Briefträger, der 15 Kilo zulege, müsse nicht um seinen Job bangen. Allerdings werde er in den Innendienst versetzt.

Hintergrund der Aktion sind nicht etwa ästhetische Gesichtspunkte, sondern schlicht praktische Probleme. Die Dienst-Motorräder der Post könnten höchstens 130 Kilogramm Gewicht tragen, erklärte Jensch die Anweisung. Bei ungefähr 25 Kilo an Briefen und Postkarten und 15 Kilo für ein Spezialgerät, das das Motorrad am Umkippen hindern soll, blieben damit höchstens 90 Kilo für den Fahrer. Dieses Argument will die Gewerkschaft aber nicht gelten lassen. Dann müsse die Post sich eben neue Motorräder besorgen, die auch kräftigere Mitarbeiter aushielten, sagt sie.

ase/AFP