Militärhubschrauber Comanche: Das Ende des 39-Milliarden-Dollar-Indianers - DER SPIEGEL
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Militärhubschrauber Comanche Das Ende des 39-Milliarden-Dollar-Indianers

Das US-Verteidigungsministerium hat sein 39-Milliarden-Dollar-Programm zur Produktion des neuen Heereshubschraubers Comanche nach fast zwanzigjähriger Entwicklungzeit gestrichen. Für die mit dem Bau beauftragten Firmen Boeing und Sikorsky ist das ein schwerer Schlag.
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Washington - Der Bau des bewaffneten Aufklärungs- und Angriffshelikopters sei zu kostspielig, und die dafür vorgesehenen Gelder könnten besser zur Modernisierung und Anschaffung anderer militärischer Flugsysteme verwendet werden, teilte der amtierende Heeresminister Les Brownlee am Montag mit.

An der Entwicklung des Hubschraubers war 20 Jahre lang gearbeitet worden. Mit der Produktion der ersten von insgesamt 650 jeweils 60 Millionen Dollar teuren Maschinen sollte im Jahr 2006 begonnen werden.

Das Pentagon hat bereits acht Milliarden Dollar in das Projekt gesteckt und muss zusätzliche weitere zwei Milliarden Dollar als Stornierungsgebühr zahlen. Bereits im Jahr 2002 hatte das Verteidigungsministerium ein anderes kostspieliges Waffenprojekt des Heeres - das Artilleriesystem Crusader - fallen gelassen.

Für das Unternehmen Boeing, das zusammen mit der United-Technologies-Tochter Sikorsky Aircraft Corp. mit der Produktion beauftragt war, ist dies ein herber Verlust. Dabei hat Boeing   eigentlich schon genug Probleme. Das Verteidigungsministerium untersucht derzeit mehrere Deals mit Boeing, weil vermutet wird, dass der Konzern sich bei der Auftragsvergabe nicht an die Spielregeln gehalten hat. Zudem hat das in Chicago ansässige Unternehmen Probleme in seiner zivilen Luftfahrtsparte und droht gegenüber dem europäischen Konkurrenten Airbus in Hinterreffen zu geraten.