Airbus Noch zwei deutsche Bieter im Rennen um Flugzeug-Werke
Paris/München Es sind noch zwei deutsche Bieter dabei: Airbus hat den Kreis der potentiellen Partner für die fünf Werke deutlich eingeschränkt. In Frage kommen nun noch die britische GKN, die französische Latecoere, der US-Konzern Spirit Aerosystems sowie die deutschen Bieter Voith und MT Aerospace. Der Nürnberger Rüstungskonzern Diehl hatte Interesse am Werk Laupheim bei Ulm gezeigt, ist aber aus dem Rennen.
Für die Fabriken im niedersächsischen Varel und im französischen Saint Nazaire Ville, die ursprünglich ebenfalls auf der Verkaufsliste standen, werden nun wie für Meaulte in Frankreich, das britische Filton und Nordenham industrielle Partner gesucht, wie Airbus. Diese sollen sich auch an den Risiken beteiligen. In Branchenkreisen wird erwartet, dass der Konzern mit Minderheiten beteiligt bleibt. Analysten nennen Anteile von je 20 Prozent.
Die Ausschreibung wurde vor vier Monaten offiziell gestartet. Mit den Ausgliederungen verfolgt Airbus nach dem Vorbild des US-Konkurrenten Boeing die Strategie, ein Netzwerk von Premium-Zuliefern aufzubauen. Das Konzept ist Teil des Sanierungsprogramms "Power 8", mit dem die vor allem durch Lieferverzögerungen beim Riesenjumbo A380 entstandenen Probleme gelöst werden sollen.
Was wird aus Augsburg?
Die neuen Partner sollen erstmals beim Bau des Modells A350XWB erheblich an den Risiken beteiligt werden. Vorgesehen ist auch, dass sie die Steuerung, die Investitionen und die weitere Entwicklung der Werke übernehmen und ihre Beteiligung an weiteren Airbus-Programmen sicherstellen.
Airbus wies Spekulationen zurück, dass es bereits bevorzugte Bieter gebe. "Ankündigungen werden erst gemacht, wenn Airbus und EADS zusammen mit den potentiellen Partnern konkrete Bedingungen und Konditionen für eine viel versprechende langfristige Partnerschaft gefunden haben", sagte Airbus-Chef Tom Enders. An den Zielen der Verkäufe im Zuge des Sanierungsprogramms "Power 8" werde nicht gerüttelt. "Mit anderen Worten, wir werden entscheiden, wenn wir dazu bereit sind", machte Enders deutlich, dass er sich nicht drängen lassen werde.
Ob auch das EADS-Werk in Augsburg zusammen mit Nordenham und mit Varel verkauft wird, steht nach Airbus-Angaben noch nicht fest. Eine Entscheidung der Muttergesellschaft sei jedoch in Kürze zu erwarten. Ein EADS-Sprecher sagte, sie sei "in einem fortgeschrittenen Stadium". Die "Financial Times Deutschland" berichtete, EADS habe sich bereits für einen Verkauf entschieden.
Augsburg gehört zur Rüstungssparte von EADS, macht aber 70 Prozent seines Umsatzes mit Airbus. Airbus erklärte, dass sich der Prozess weiter in die Länge ziehen würde, sollte Augsburg mit verkauft werden. Die Bieter bräuchten Zeit, um ihre Offerten entsprechend anzupassen.
itz/Reuters/AP