Deutsche Börse: Aufsichtsrat stellt Fusion mit London in Frage - DER SPIEGEL
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Deutsche Börse Aufsichtsrat stellt Fusion mit London in Frage

In Frankfurt wird die Kritik an einer Fusion mit der London Stock Exchange immer lauter. Nun hat auch ein Aufsichtsratsmitglied angedroht, dem Zusammenschluss seine Zustimmung zu verweigern.
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Frankfurt am Main - Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Zaß befürchtet, dass die Frankfurter Börse von London geschluckt wird. "Einer Fusion, die im Sinne des Kleingedruckten eine Übernahme Frankfurts durch London ist, werde ich nicht zustimmen", sagte er.

Der Vorstandschef der DGZ DekaBank kritisierte, viele Modalitäten der Transaktion seien noch immer unklar oder würden wieder in Frage gestellt. Dazu gehörten unter anderem Fragen des Handelssystems, die künftige Abrechnungswährung und Probleme mit den Londoner Bankfeiertagen. Er bemängelte außerdem, dass den Aufsichtsratsmitgliedern der Deutsche Börse AG für eine Sitzung am Dienstag bislang kein schriftlichen Unterlagen vorlägen.

Zaß hält die Zusammenführung der Finanzplätze in technischer und personeller Hinsicht für "ein dickes Brett". Sie sei noch schwieriger als etwa eine Bankfusion. Von einem Scheitern der Fusion wollte Zaß allerdings noch nicht sprechen.

Nach Informationen der "Börsen-Zeitung" trafen sich Vertreter der Deutschen Börse, der Bundesbank und des hessischen Wirtschaftsministeriums am Dienstag zu einer außerplanmäßigen Beiratssitzung. Fraglich seien noch viele juristische Details der Fusion. Zu den wichtigsten Fragen zähle, welchen Rechtsstatus die Standardwerte des geplanten Blue-Chip-Index künftig haben werden. Nach den bisherigen Plänen werden die großen europäischen Titel unter Londoner Aufsicht stehen. Ungeklärt sei auch, was mit dem Dax geschehe und wie der Neue Markt in Zukunft geführt werden soll.