Enttäuschende Zahlen: IBM belastet Börsen weltweit - DER SPIEGEL
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Enttäuschende Zahlen IBM belastet Börsen weltweit

Die Quartalszahlen von IBM haben Anleger in Fernost und Europa weiter verunsichert. Der Nikkei-Index in Tokio fiel auf den tiefsten Stand seit 19 Monaten, auch am Neuen Markt ging es rapide abwärts.
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New York/Tokio - Der Nikkei fiel am Mittwoch um mehr als drei Prozent auf 14.872 Punkte. Damit rutschte das Kursbarometer unter die psychologisch wichtige Marke von 15.000 Zählern, was seit mehr als eineinhalb Jahren nicht mehr vorgekommen ist. Die Aktienmärkte in Europa übernahmen die schwachen Vorgaben. Im deutschen Aktienhandel gerieten vor allem Epcos, Infineon und SAP unter Druck. An den US-Börsen wird eine Fortsetzung des schwachen Trends erwartet.

IBM hatte am Dienstag nach US-Börsenschluss einen im Rahmen der Analysten-Prognosen liegenden Gewinn für das dritte Quartal 2000 vorgelegt. Beim Umsatz blieb der Konzern aber hinter den Erwartungen zurück. Den Angaben zufolge kletterte der Reingewinn um 200 Millionen auf 1,96 Milliarden Dollar oder 1,08 Dollar je Aktie. Mit einem Umsatzanstieg von drei Prozent auf 21,8 Milliarden Dollar erreichte IBM allerdings nicht die Erwartungen der Analysten, die 22,4 Milliarden Dollar prognostiziert hatten.

Der Kurs der IBM-Aktie fiel im nachbörslichen US-Handel um sechs Prozent, erholte sich später im fernöstlichen Handel aber etwas. In Frankfurt, wo der Umsatz allerdings gering war, lagen IBM mit 117,90 Euro weiter knapp acht Prozent im Minus.

Intel steigerte im dritten Quartal 2000 den Gewinn um 52 Prozent und damit stärker als von Analysten erwartet. Wie der Konzern ebenfalls am Dienstagabend mitteilte, wuchs der Gewinn vor Akquisitionen um eine Milliarde auf 2,9 Milliarden Dollar oder 0,41 Dollar je Aktie. Analysten hatten nur einen Gewinn je Aktie von 0,38 Dollar erwartet. An der Frankfurter Börse kletterte der Intel-Kurs um rund vier Prozent auf 43,60 Euro.

Die internationalen Investoren reagierten vor allem auf die IBM-Umsatzzahlen mit Verkäufen. Im deutschen Aktienhandel büßten im Verlauf Epcos fast sechs Prozent ein, Infineon gaben über vier Prozent nach, und SAP verloren knapp vier Prozent. Der Nemax 50 brach erneut ein und lag rund viereinhalb Prozent unter Vortagesniveau.

Obwohl die Intel-Zahlen gar nicht so schlecht gewesen seien, sei das Verhalten der Anleger weiter vorsichtig, sagte ein Händler.

Auch die Aktien der großen europäischen Technologiefirmen standen unter Verkaufsdruck. Der Euro Stoxx 50 gab rund 1,5 Prozent nach. Betroffen waren Telekom-Ausrüster wie Ericsson und Nokia, die um gut sechs beziehungsweise 7,5 Prozent absackten, sowie andere Technologie-Titel wie Philips mit einem Minus von 4,3 Prozent oder Alcatel mit einem Abschlag von mehr als fünf Prozent.

Zuvor hatten bereits in Japan Technologie-Werte wie Advantest, Sony oder Canon zwischen 3,5 und mehr als zehn Prozent eingebüßt. Analysten verwiesen darauf, dass die Furcht vor möglicherweise negativen US-Quartalszahlen nach wie vor andauere und den Markt weiter belaste. Tokioter Händler bezeichneten den Technologie-Sektor jedoch als mittlerweile überverkauft.