A380: Auf Sand gebaut? - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

A380 Auf Sand gebaut?

Ein Gutachten liefert den Gegnern des geplanten Großraum-Airbus A380 neue Argumente. Das Gelände am Mühlenberger Loch soll für den schnellen Ausbau der Produktionsanlagen ungeeignet sein.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Nach einem Bericht des "Focus" hat der Geotechniker Gerd Gudehus festgestellt, dass es auf Grund des weichen Bodens "in ausreichend kurzer Zeit völlig unmöglich" sei, die Elbbucht Mühlenberger Loch aufzuschütten. Auf der gewonnenen Fläche sollen neue Produktionsanlagen entstehen, die für die Montage des A380 in Hamburg benötigt werden.

Um die Fläche ordentlich aufzufüllen, benötige man "mindestens zwei Jahre", heißt es in dem Gutachten, das laut "Fokus" den Hamburger Richtern vorliegt. Zudem warnte der Professor der Universität Karlsruhe vor "katastrophalen Bodenbewegungen bei übereilten Arbeiten". Ein weiteres Problem stelle der Elb-Nordhang dar: "Der ist völlig instabil und wird bei den ersten Erschütterungen rutschen."

Das Hamburger Oberverwaltungsgericht wird in der kommenden Woche in dem Rechtsstreit zwischen den Gegnern und Befürwortern des Projekts ein maßgebliches Urteil sprechen und über den weiteren Baustopp entscheiden. Die Befürworter des Projekts, darunter der Senat, die Opposition, die Wirtschaft und die Gewerkschaften, versprechen sich von dem Projekt 4000 neue Arbeitsplätze und wichtige strukturpolitische Impulse für die gesamte Region. Die Gegner dagegen führen Argumente des Lärm-, Umwelt- und Küstenschutzes ins Feld.