A380-Frachtversion Bei Airbus drohen weitere Abbestellungen
Paris/Hamburg - Es werde erwartet, dass der US-Expressdienst UPS in der kommenden Woche seinen Auftrag für zehn Fracht-Jumbos A380 stornieren werde, berichtet die französische Zeitung "Les Echos" ohne Nennung von Quellen. Airbus könnte in dem Fall erklären, man wolle zunächst die Probleme bei der Passagier-Version des A380 lösen und auf bessere Zeiten warten, um auch eine Frachtversion zu bauen.
Airbus selbst erklärte hingegen, das Unternehmen habe keine Kenntnis von den angeblichen UPS-Plänen. Vielmehr halte man am A380-Frachterprogramm weiter fest, sagte ein Sprecher des Mutterkonzerns EADS . Anfang Dezember hatte EADS-Co-Chef Tom Enders betont, dass für die Fortsetzung des Programms nicht die Zahl der Kunden und Vorbestellungen ausschlaggebend sei, sondern das Marktpotenzial.
Enders hatte mit dieser Aussage auf Abbestellungen für die Frachtversion des Großraumflugzeuges reagiert. Zum einen hatte der US-Logistikkonzern FedEx seine Order über zehn Frachter storniert und stattdessen beim Konkurrenten Boeing bestellt. Zum anderen hatte das Leasingunternehmen ILFC seinen Auftrag für fünf Frachter in fünf Passagiermodelle umgewandelt. Seither liegen Airbus nur noch von UPS Bestellungen für zehn Frachter vor.
Fortschritte macht Airbus hingegen bei der Verlängerung seiner Start- und Landebahn in Hamburg. Vor dem Landgericht erlitten die Gegner des Projekts eine weitere Niederlage. So erlaubte das Gericht der Stadt den Zugriff auf ein etwa 100 Quadratmeter großes Grundstück in Finkenwerder, wie ein Gerichtssprecher heute mitteilte. Damit bestätigte das Landgericht eine Eilentscheidung vom vergangenen Sommer. Bereits damals konnte der Startbahnbau ungeachtet der gerichtlichen Auseinandersetzung um die Grundstücks-Enteignung fortgesetzt werden.
Airbus hatte die Startbahn-Verlängerung um knapp 600 Meter zur Voraussetzung dafür gemacht, dass auch die Frachtversion des neuen Großraumflugzeugs A380 in Hamburg ausgeliefert werden kann. Die Grundstückseigentümer hatten deshalb darauf gesetzt, dass sich durch die Krise von Airbus die Voraussetzungen für die Enteignung geändert haben könnten allerdings vergeblich.
wal/Reuters/Dow Jones