Abbitte vom HBV-Chef
Die bundesdeutschen Croupiers sehen sich durch ihren höchsten Gewerkschafter schwer verunglimpft. Günter Volkmar, Vorsitzender der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), habe, so aufgebrachte Croupiers, ihre Arbeitsplätze mit Bordellen gleichgesetzt. Volkmar, zuständig für die 3500 Beschäftigten in den 28 Kasinos der Bundesrepublik, hatte den Bau von »Bordellen und Spielbanken« für unvereinbar mit der Gemeinwirtschaft gefunden. Für seine »mißverständlichen Äußerungen«, anläßlich eines SPIEGEL-Gesprächs (19/ 1982) zu der Neuen-Heimat-Affäre, mußte Volkmar nun Abbitte tun. Er habe Spielbanken nicht mit »moralischen Fragezeichen« versehen wollen und bitte um Nachsicht für seine Bemerkung. Bei den Gewerkschafts-Unternehmern waren Volkmars Worte unterdes schon ganz ernst genommen worden. Die Begebau, eine Tochterfirma der Neuen Heimat Städtebau, holte sich erst einmal Rückendeckung im Gewerkschaftskonzern, bevor sie einen Auftrag, das Kasino in Travemünde umzubauen, annahm.