Abfindungen CDU will Managerabfindungen begrenzen
Hamburg - "Wir haben hier ein wachsendes Verteilungsproblem, das wir angehen müssen", sagte der Abgeordnete Gerald Weiß der "Financial Times Deutschland" (FTD). "Es ist nicht länger sozial-ethisch vertretbar, wenn Leute, die zum Teil Millionen in den Sand setzen, dafür fürstlich abgefunden werden."
Weiß plädierte dafür, bei Managerabfindungen eine Obergrenze für die steuerliche Absetzbarkeit einzuführen. Das Maximum könnte etwa eine Million Euro sein. Das wäre ein Anreiz für Unternehmen, sparsamer mit den Abschiedsgeschenken umzugehen. Die CDU-Arbeitnehmergruppe im Bundestag, der Weiß vorsitzt, will spätestens Anfang März in ihrer Klausurtagung einen konkreten Vorschlag ausarbeiten.
Die Höhe von Managergehältern ist laut "FTD" seit längerem ein Reizthema. Zwar lägen die Abfindungen in Deutschland meist deutlich unter dem Niveau, das beispielsweise in US-Konzernen gezahlt wird. Allerdings hätten hohe Millionenabfindungen für deutsche Manager in der Vergangenheit immer wieder für heftige Diskussionen gesorgt.
Zuletzt hatten die Versorgungsansprüche des ehemaligen EnBW-Chefs Utz Claassen Empörung hervorgerufen: Der 44-Jährige hat Anspruch auf Übergangszahlungen von rund sieben Millionen Euro. Erst in den vergangenen Tagen war bekannt geworden, dass der scheidende Chef der US-Investmentbank Merrill Lynch, Stanley O'Neal, zum Rücktritt 160 Millionen Dollar erhält - obwohl sein Institut unter seiner Führung acht Milliarden Dollar hatte abschreiben müssen.
sam/dpa-AFX