Abgewürgt Neues VW-Tarifmodell gescheitert
Hannover - Der Vorstand habe "den Hals nicht voll bekommen können", sagte Zwickel. Zuvor war die sechste Gesprächsrunde nach rund zehnstündiger Dauer wegen nach wie vor unüberbrückbarer Differenzen bei Arbeitszeit und Bezahlung und ohne Chance auf eine spätere Einigung abgebrochen worden.
Selbst am Ende der Gespräche hätten beide Seiten noch mehrere tausend Mark pro Jahr und Arbeitsplatz getrennt, so der Gewerkschaftsboss. VW habe das Modell als "Torpedo" nutzen wollen, um den Haustarif schrittweise außer Kraft zu setzen.
VW-Verhandlungsführer Josef Senn sagte, die IG Metall habe vor allem die Bezahlung mit 5000 Mark plus Ergebnisbeteiligung nicht akzeptiert. VW habe am Montag eine Wert schöpfende Arbeitszeit von 35 Stunden in der Woche angeboten plus 7,5 Stunden für Qualifizierungszwecke. Das Grundentgelt hätte 4500 DM plus 500 DM Vergütung für die Qualifizierungszeiten betragen. Hinzu wäre ein Leistungsbonus bei Erreichen der Gewinnschwelle und ein weiterer bei Erreichen der Renditeziele gezahlt worden. VW hatte sich erst in der vergangenen Woche von der ursprünglichen Forderung von bis zu 48 Stunden wöchentlicher Arbeitszeit verabschiedet.
Bei dem Pilotprojekt "5000 mal 5000" sollten nach Plänen von VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz zunächst 3500 Mitarbeiter am Standort Wolfsburg eingestellt werden und einen neuen Minivan auf der Basis des VW-Golf produzieren. Die ersten sollten schon nach der Sommerpause beschäftigt werden bei einem Produktionsbeginn Ende nächsten Jahres. 1500 neue Kräfte sollten später in Hannover beschäftigt werden.