Abrechnung: Bayer schießt Ciprobay 257 Millionen hinterher - DER SPIEGEL
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Abrechnung Bayer schießt Ciprobay 257 Millionen hinterher

Bayer-Chef Werner Wenning kann endlich einen Schlussstrich unter die Affäre um das Antibiotikum Ciprobay ziehen. Der Pharma-Konzern erklärte sich gegenüber einem amerikanischen Gericht bereit, eine Geldbuße in Höhe von 5,6 Millionen Dollar zu bezahlen - zusätzlich zu insgesamt gut 251 Millionen Dollar Schadenersatz.
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Boston - Das Unternehmen habe sich schuldig erklärt, ihr Medikament "Cipro" nicht bei der US-Gesundheitsbehörde FDA angemeldet zu haben. Nach Angaben des US-Staatsanwalts Michael J. Sullivan vom Freitag zahlt Bayer neben der Geldbuße von 5,6 Millionen Dollar der US-Regierung 133 Millionen Dollar Schadenersatz. Zudem zahle Bayer den 49 US-Staaten und dem District of Columbia 109 Millionen Dollar. Die Beträge verstünden sich jeweils plus Zinsen.

Bayer war mit Ciprobay in die Schlagzeilen geraten, nachdem der einflussreiche US-Verbraucheranwalt Ralph Nader in seinem Magazin "Multinational Monitor" das Verhalten des Konzerns nach den Milzbrand-Anschlägen im vergangenen Oktober in den USA kritisiert hatte. Bayer hatte nach den ersten aufgetretenen Milzbrand-Fällen auf den Patentschutz seines Antibiotikums Ciprobay bestanden und damit die Zulassung preiswerterer Nachahmerprodukte verhindert. Ciprobay ist das einzige zugelassene Mittel gegen Lungenmilzbrand. Erst nach heftigen Auseinandersetzungen mit dem amerikanischen Gesundheitsministerium, das sich auf einen nationalen Notfall berief, gab Bayer auf seine Ciprobay-Tabletten für die Behörde kräftige Rabatte.

Die am Freitag bekannt gewordenen Einzelzahlungen sind Bestandteil eines am 16. April mit den US-Behörden geschlossenen Vergleichs im Zusammenhang mit den Vorwürfen. Insgesamt werde Bayer 257 Millionen Dollar zahlen, hieß es seinerzeit.