Abrechnung SPD-Politiker Stiegler attackiert Ökonomen
Berlin - Als Beweis diente dem Vize-Vorsitzenden der SPD-Bundestagsfraktion der am gestrigen Dienstag veröffentlichten Geschäftsklimaindex des Instituts für Wirtschaftsaforschung (Ifo). Dieser war überraschend gestiegen - entgegen der Einschätzung zahlreicher Volkswirte. "Unsere wohlreputierten Volkswirte liegen mit ihren zutiefst pessimistischen Ifo-Prognosen genauso daneben wie vor zehn Tagen unsere Wahlforscher mit ihrer katastrophalen Prognosefehlleistung zur Bundestagswahl." Dies sei "entweder Unvermögen oder Vorsatz, vielleicht aber auch beides".
"Jedenfalls wird man den äußerst faden Geschmack nicht los, dass liebend gern positive Meldungen zu Wahlaussichten oder jetzt zur Wirtschaftspolitik der SPD von unseren vorgeblichen Experten schlecht-, herunter- oder kaputtgeredet werden", polterte Stiegler weiter. Auf solche Ratgeber sollte man nicht mehr hören: "Das frustrierte Sein bewirkt das falsche Bewusstsein."
Das Ifo-Institut hatte gestern den monatlichen Geschäftsklimaindex veröffentlicht, für den rund 7000 Firmen ihre Geschäftslage und ihre Geschäftsaussichten bewerten. Überraschend war der Index von 94,6 Punkten im August auf 96 Punkte gestiegen. 46 von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Banken-Analysten hatten zuvor einen Rückgang erwartet.
Allerdings waren 80 Prozent der Antworten der befragten Firmen dem Ifo zufolge vor der Wahl eingegangen. Eine gesonderte Auswertung der nach der Wahl eingegangenen Antworten habe tendenziell schlechtere Geschäftsaussichten ergeben.