Absatzkrise Audi beantragt Kurzarbeit
Ingolstadt/Wolfsburg - Die VW-Tochter Audi will wegen der Absatzkrise Kurzarbeit für 25.000 Mitarbeiter beantragen. Auf diese Weise soll der geplante Produktionsstopp vom 23. bis 27. Februar umgesetzt werden. Dadurch würden in dieser Zeit 12.000 Autos nicht gebaut, teilte das Unternehmen am Freitag mit.
Audi-Werk Neckarsulm: Kurzarbeit für Tausende Mitarbeiter
Foto: DPAIn Ingolstadt will das Unternehmen außerdem für den 20. Februar Kurzarbeit , sagte ein Audi-Sprecher am Freitag in Neckarsulm und bestätigte einen Bericht des "Donaukurier". In Neckarsulm seien alle 7000 Produktionsbeschäftigten betroffen. Wie viele Mitarbeiter in Ingolstadt in Kurzarbeit gehen sollen, war zunächst unklar. Dort arbeiten rund 15.000 Menschen in der Produktion.
Unterdessen schlittert die Audi-Mutter Volkswagen in die Krise: Der Konzern hält wegen der Absatzflaute und der angekündigten Kurzarbeit zu Jahresbeginn einen Verlust für möglich. "Weil wir kurzfristig recht kräftig auf den Bremse treten, wird das entsprechend negative Auswirkungen auf das Ergebnis haben. In der jetzigen Situation können wir für das erste Quartal auch einen Verlust nicht ausschließen", sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch der "Börsen-Zeitung". Die nötigen Anpassungen in der Produktion entfielen vor allem auf die ersten drei Monate.
VW hat für die letzte Februar-Woche Kurzarbeit in seinen deutschen Werken angekündigt. Davon sind 61.000 Beschäftigte oder zwei Drittel der Belegschaft im Inland betroffen. Ausgenommen sind Forschung und Entwicklung und die Produktion von kleinen, sparsamen Motoren in Chemnitz. Andere große Hersteller wie Daimler und BMW schicken ihre Belegschaften länger in Zwangsferien. Experten rechnen allerdings damit, dass auch VW weitere Kurzarbeit muss, da sich die Pkw-Nachfrage in diesem Jahr nicht erholen dürfte.
Auch Beiersdorf meldet Kurzarbeit an
Doch nicht nur der Autoindustrie macht die Wirtschaftskrise zu schaffen: Der Konsumgüterhersteller Beiersdorf hat in seinem Tesa-Werk in Hamburg Kurzarbeit eingeführt. Betroffen seien 420 Mitarbeiter. Die schwache Nachfrage aus der Industrie habe den Schritt notwendig gemacht, sagte eine Unternehmenssprecherin am Freitag.
Auch das Tesa-Werk in Offenburg und eines in Italien könnten auf Kurzarbeit gehen. Wie lange die Produktion heruntergefahren werde, konnte sie nicht sagen. "Wir haben uns darauf nicht festgelegt", sagte sie. "Sobald die Nachfrage wieder anzieht, gehen wir wieder zurück." Im Kosmetiksegment, das rund 85 Prozent des Beiersdorf-Umsatzes ausmacht, sei keine Kurzarbeit geplant.