Absatzminus Mercedes schiebt Schuld auch auf Bosch
Stuttgart - Die Probleme mit Dieselpumpen von Bosch halten Mercedes weiter in Atem. In der nächsten Woche will der Autokonzern im Stammwerk in Sindelfingen die Produktion von Dieselwagen stoppen. "Wir werden am Montag und Dienstag in Sindelfingen nicht produzieren", sagte ein Unternehmenssprecher. Grund seien die fehlerhaften Dieseleinspritzpumpen des Zulieferers Bosch. In der darauf folgenden Woche sollen einzelne Produktionsschichten im Werk in Bremen angehalten werden.
Bosch teilte unterdessen mit, man habe die Probleme mit den fehlerhaften Dieselpumpen gelöst.
Nach Darstellung von Mercedes haben sich die technischen Probleme auf die Verkaufszahlen niedergeschlagen. Der weltweite Absatz von Mercedes-Benz ist laut Konzernmitteilung im Januar um 12,1 Prozent auf 61.300 Wagen zurückgegangen. Die Mercedes Car Group insgesamt, zu der auch Maybach und der Kleinstwagen Smart gehören, büßte 6,4 Prozent auf 71.900 Wagen ein. Besonders schlecht sah es in Deutschland aus: Hier gingen die Verkaufszahlen der Markengruppe um 15,8 Prozent auf 16.000 Fahrzeuge zurück.
Der Rückgang lässt sich nach Darstellung von Mercedes zum Teil durch die verzögerte Auslieferung von Fahrzeugen mit Dieselmotoren erklären. Bei Mercedes-Benz wurde die Produktion mehrere Tage angehalten. Außerdem stünde eine Reihe von Modellwechseln an, so der Konzern. DaimlerChrysler rechne in den kommenden Monaten mit Impulsen etwa durch den Verkauf der neuen Mercedes-M-Klasse, die kurz vor dem Marktstart steht.
Absatzplus in Spanien, Belgien und Holland
Vor allem auf dem wichtigen US-Absatzmarkt erwartet das Unternehmen ein Absatzplus, wenn die neue M-Klasse im Frühjahr dort erhältlich ist. Im Januar seien in den USA im Vergleich zum Vorjahresmonat wegen des bevorstehenden Modellwechsels 12.000 weniger M-Klasse-Modelle verkauft worden.
Positiv bewertete DaimlerChrysler den weltweiten Absatz der Mercedes-A-Klasse. Der Kleinwagen habe mit 10.800 Auslieferungen im Januar um rund 13 Prozent über dem Absatz von vor einem Jahr gelegen. Mit dem Kleinstwagen Smart erzielte das Unternehmen dank des Viersitzers "forfour" weltweit ein Plus von 50,6 Prozent auf 10.600 Fahrzeuge.
Während der Absatz von Mercedes-Benz auf dem einheimischen deutschen Markt um 18 Prozent auf 14.300 Einheiten einbrach, erreichte die Marke in Frankreich mit 2400 Fahrzeugen fast das Vorjahresniveau. In Spanien stieg der Absatz um fünf Prozent, in Belgien um elf Prozent, in den Niederlanden sogar um 23 Prozent. Bosch teilte mit, man habe die Pumpenproduktion in vollem Umfang wieder aufgenommen. Um den Lieferrückstand aufzuholen, würden nun alle verfügbaren Fertigungskapazitäten rund um die Uhr und an sieben Tagen in der Woche eingesetzt. Der Fehler bei der Common-Rail-Einspritzpumpe war vor einer Woche bekannt geworden. Mehrere tausend Diesel-Pkw werden jetzt mit Verspätung gebaut. Bei BMW wurden zusätzlich 21.500 Autos in die Werkstätten zurückgerufen.