Abschwung Panasonic droht massiver Gewinneinbruch
Tokio - Panasonic steht vor einer massiven Korrektur seiner Ergebnisvorhersage. Angesichts des Konjunkturabschwungs müsse der Konzern seine Gewinnprognose deutlich senken, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Kreise. Panasonic werde seine Vorhersage für das Betriebsergebnis um 30 Prozent oder mehr für das bis Ende März 2009 laufende Geschäftsjahr zurücknehmen, hieß es.
Im vergangenen Monat hatte Panasonic noch ein Wachstum seines Betriebsgewinns um 7,8 Prozent auf 560 Milliarden Yen (4,5 Milliarden Euro) in Aussicht gestellt. Grund für den drohenden Einbruch sei der schwache Absatz von Unterhaltungselektronik im Zuge der weltweiten Wirtschaftsflaute.
Die Börse in Tokio reagierte mit Kursabschlägen auf die Meldung. Gegen den Trend verbilligten sich die Aktien von Panasonic um knapp vier Prozent. Zugleich legte der Leitindex Nikkei beflügelt von guten US-Vorgaben um bis zu 2,5 Prozent zu.
Panasonic versucht derzeit, seinen Rivalen Sanyo zu übernehmen. Die US-Bank Goldman Sachs brach allerdings am Mittwoch die Gespräche über den Verkauf ihrer Anteile an Panasonic wegen eines zu niedrigen Angebots vorerst ab. Damit steht eine der größten Übernahmen in Japan auf der Kippe: Sollte sie gelingen, würde Panasonic gemessen am Umsatz an Branchenführer Hitachi vorbeiziehen und zum größten Elektronikkonzern der Technologie-Großmacht Japan aufsteigen.
Panasonic hat mit umgerechnet rund 7,7 Milliarden Euro an Barmitteln eine prall gefüllte Kriegskasse. Der Konzern führt seit mehreren Wochen Gespräche mit den drei wichtigsten Sanyo-Aktionären - Neben Goldman Sachs sind dies die japanischen Finanzhäuser Daiwa und Sumitomo Mitsui. Unternehmens- und Finanzkreisen zufolge ist Panasonic bereit, rund 120 Yen je Sanyo-Aktie auf den Tisch zu legen. Damit würde Sanyo mit umgerechnet rund sechs Milliarden Euro bewertet. Einem Bericht der Zeitung "Yomiuri Shimbun" zufolge peilt Goldman für seine Anteile allerdings einen mehr als doppelt so hohen Verkaufspreis an.
suc/Reuters