Absurde Analysten-Empfehlungen: Merrill-Chef sagt "Sorry" - DER SPIEGEL
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Absurde Analysten-Empfehlungen Merrill-Chef sagt "Sorry"

Mit nicht ernst gemeinten Kaufempfehlungen haben Analysten von Merrill Lynch viele Kleinanleger zu verlustreichen Investments verführt. Das ist über Jahre her. Nun hat sich der Merrill-Chef öffentlich bei seinen Kunden entschuldigt.
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New York - Anfang April hatte der New Yorker Generalstaatsanwalt die peinlichen Mails aus der Merrill-Research-Abteilung veröffentlicht. Die Analysten um Henry Blodget beschimpften darin Internet-Aktien als "Schrott" - stuften die Papiere aber gleichzeitig als "Buy" ein. Für Merrill-Lynch, Amerikas größtes Broker-Haus, ein PR-Gau sondergleichen.

Rund zwei Jahre nach dem Kurssturz an der Tech-Börse Nasdaq hat sich Merrill-Chef David Komansky nun öffentlich bei den Kunden, Aktionären und Mitarbeitern für die firmeninternen E-Mails entschuldigt. Das Unternehmen habe sich nicht an seine traditionell hohen Standards gehalten, erklärte Komansky. Er nannte die E- Mails "qualvoll und enttäuschend".

Komansky sicherte den Aktionären zu, dass Merrill Lynch sich dem Problem stellen werde. Man werde klare und bedeutsame Aktionen durchführen, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen.

Merrill Lynch befinde sich in Verhandlungen mit dem Justizminister des Bundesstaates New York. Vergangene Woche habe man eine Vereinbarung erzielt, weitergehende Offenlegungen in den Forschungsberichten zu machen. Diese gehen nach Angaben der größten amerikanischen Brokerfirma weit über den gegenwärtigen Branchenstandard hinaus.

Die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC, der Verband der Wertpapierhändler und die New Yorker Börse seien damit befasst, neue Research-Regeln festzulegen, die für die Gesamtbranche gelten sollen. Merrill Lynch kooperiere dabei.