Abwrackprämie: Auftragsboom lässt Opel hoffen - DER SPIEGEL
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Abwrackprämie Auftragsboom lässt Opel hoffen

Die Abwrackprämie macht Opel Hoffnung: Der angeschlagene Autobauer kann laut einem Zeitungsbericht einen Auftragsboom verzeichnen. Damit sei die drohende Insolvenz vorerst abgewendet.
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Berlin - Erleichterung bei Opel: Die Abwrackprämie hat dem angeschlagenen Autobauer kurzfristig zahlreiche Aufträge eingebracht und damit die drohende Zahlungsunfähigkeit im zweiten Quartal abgewendet. Das berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Unternehmenskreise.

"Wir haben einige Monate Zeit gewonnen", zitiert die Zeitung eine Führungskraft. Allerdings sei das kein Grund, sich zurückzulehnen, denn noch immer existiere kein die Politik überzeugendes Konzept für die Eigenständigkeit. Ohne Staatshilfe aber werde man den Schritt in die Selbständigkeit nicht schaffen.

Ein Opel-Sprecher wollte zu dem Bericht nicht Stellung beziehen. Er bekräftigte aber, dass der Autobauer aktuell eine gute Auftragslage habe. In diesem Jahr habe es das beste erste Quartal seit zehn Jahren gegeben, sagte er. Das Ende 2008 neu eingeführte Modell Insignia sei ein ausgesprochener Renner. Bis Mitte März seien bereits 80.000 Bestellungen eingegangen.

Ein Sprecher des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag": "Wir wären nicht überrascht, wenn die Zahl der Neuzulassungen um mehr als 30 Prozent gestiegen ist." Im Februar waren die Neuzulassungen um 21 Prozent auf 278.000 gestiegen. Der Duisburger Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sagte der Zeitung, im März könnten nun 360.000 Neuzulassungen hinzukommen, auch 370.000 seien möglich. Der März sei "sensationell gelaufen".

Der neue Opel-Vertriebschef Michael Klaus sagte der ARD-"Tagesschau", sein Unternehmen werde im ersten Quartal rund 120.000 Fahrzeuge verkauft haben, über 60 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. "Das ist das beste erste Quartal seit zehn Jahren", sagte Klaus am Rande der Leipziger Automesse AMI.

Merkel soll "mutig wie Obama" sein

Vor ihrem Auftritt am Dienstag im Stammwerk in Rüsselsheim haben SPD-Politiker und Gewerkschafter Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufgefordert, sich für die Rettung des angeschlagenen Autobauers einzusetzen. "Ich hoffe, dass sie sich dort so mutig wie US-Präsident Barack Obama zur Schlüsselbranche Automobilindustrie bekennt", sagte der Arbeitnehmervertreter Armin Schild.

"Ich denke, dass die Kanzlerin weiß, Opel kann zum Symbol für die Fähigkeit der Politik werden, mit der von ihr selbst mitverursachten Wirtschaftskrise umzugehen - oder aber zum Symbol für ihre Unfähigkeit dazu", sagte Schild der "Berliner Zeitung" vor dem Besuch Merkels bei Opel am Dienstag. Wenn die Sicherung dieser industriellen Kerne es erfordere, "müssen auch Staatsbeteiligungen an Autoherstellern möglich sein", verlangte der Arbeitnehmervertreter im Opel-Aufsichtsrat. Der Staat solle den Übergang in eine mögliche Opel Europa AG durch Bürgschaften sichern und übergangsweise private, strategische Investoren ersetzen. Eine Staatsbeteiligung dürfe kein Tabu sein, verlangte auch DGB-Chef Michael Sommer in der "Wirtschaftswoche".

Opel sei eine "systemrelevante Größe" in Deutschland, warb Müntefering für direkte und indirekte staatliche Hilfen für das Unternehmen. Er erwarte von dem Besuch Merkels in Rüsselsheim "ein klares Wort" in dieser Frage, sagte der SPD-Chef am Sonntag im Deutschlandradio Kultur. Allerdings müsse es ein Abschottungskonzept geben, um sicherzustellen: "Wenn wir in Deutschland Geld dahin geben oder Bürgschaften, dass das nicht durchrutscht in die USA."

cte/AFP/AP/dpa/ddp

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