Adidas Dax-Platz in Gefahr
München - "Wir sind stolz im Dax zu sein und möchten als einer der wenigen Konsumgüter-Hersteller im Index bleiben", sagte Finanzchef Robin Stalker am Montag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen auf der Ispo 2000 Sommer in München. Die Deutsche Börse will am Dienstag über eine mögliche Neubesetzung des Dax entscheiden. Als Kandidat für ein Ausscheiden aus dem Dax gilt auch KarstadtQuelle.
Für das Gesamtjahr rechnet adidas-Salomon wegen des zum Jahresanfang verkündeten Restrukturierungsprogramms weiter mit einem Rückgang des Konzerngewinns um ein Fünftel. In den ersten sechs Monaten sank der Überschuss um 22 Prozent auf 73 Millionen Euro. "Wir haben wesentliche Fortschritte bei der Verschlankung des Konzerns erzielt", sagte der designierte Konzernchef Herbert Hainer.
Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr währungsbedingt um sieben Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Wären die Währungskurse konstant geblieben, hätten die Erlöse um ein halbes Prozent nachgegeben, räumte Stalker ein. Sportschuhe waren überall gefragt, vor allem aus dem Basketball-Bereich kommen hier die Impulse. Auch Zubehör wie Golfbälle oder Inline-Skates fand guten Absatz.
Besonders erfolgreich lief das Geschäft in Asien, wo adidas-Salomon um ein Drittel zulegte. Auf dem wichtigen nordamerikanischen Markt sanken die Erlöse dagegen um zwei Prozent, der Auftragsbestand ging sogar um zwölf Prozent zurück. Vor allem bei Bekleidung brachen Umsatz und Auftragseingänge ein.
Ein Großteil des geplanten Wachstums- und Effizienzprogramms sei bereits umgesetzt, sagte Hainer. Im ersten Halbjahr seien 22 Millionen Euro im Rahmen des Programms ausgegeben worden. Insgesamt soll es gut 38 Millionen Euro kosten. Unter anderem soll zum Beispiel die Zahl der Lager in Europa von 25 auf fünf reduziert werden. Zudem sollen fünf Prozent der Stellen gestrichen werden. "Wir sind in den neunziger Jahren dramatisch gewachsen", sagte Hainer. "Da passieren Dinge in der Organisation, die man irgendwann bereinigen muss."
Eine Belebung des Geschäfts erhofft sich adidas-Salomon von den Olympischen Spielen im September. "Milliarden von Menschen werden unser Logo sehen", sagte Hainer. Kurze Zeit später soll dann das neue Markenkonzept in New York präsentiert werden. Einzelheiten wollte Hainer nicht nennen.
Der Sportartikelhersteller ist seit zwei Jahren im Dax vertreten. Der Kurs der Aktie sank seither von Höchstständen über 160 Euro auf zuletzt nur noch knapp 55 Euro. "Irgendwann wird die Wiedergeburt der Old Economy kommen", sagte Hainer. Er leitet derzeit bereits das operative Geschäft und soll im kommenden Frühjahr den Vorstandsvorsitzenden Robert Louis-Dreyfus ablösen.