Adidas Umsatz-Crash in den USA
Herzogenaurach - Wie der Konzern mitteilte, fielen die Umsätze in Nordamerika im vierten Quartal 2003 um 34,4 Prozent. Sie beliefen sich damit nur noch auf 313 Millionen Euro. Aktien von Adidas-Salomon gaben im frühen Handel um 0,77 Prozent auf 91,79 Euro nach. Händler monierten, auch der Auftragseingang in den USA sei rückläufig.
2004 will Adidas in Nordamerika das Steuer herumreißen - währungsbereinigt sei nicht mit einem Umsatzrückgang in der Region zu rechnen. Sogar ein "leichtes Wachstum" sei möglich. Dazu will das fränkische Traditionsunternehmen auf dem Heimatmarkt des amerikanischen Branchenprimus Nike in den kommenden zwei Jahren 15 eigene Läden eröffnen. Derzeit ist adidas mit fünf so genannten concept stores in den USA vertreten. Vorstandschef Herbert Hainer kündigte außerdem an, den US-Vertrieb durch differenzierte Produktangebote an die Einzelhändler zu verbessern.
Wegen der Probleme in den USA hatte die nordamerikanische Tochtergesellschaft von adidas-Salomon kürzlich die Führung ihres US-Vertriebs neu besetzt.
Umsatzminus auch in Asien
In Asien sanken die Erlöse im Schlussquartal um 8,1 Prozent auf 299 Millionen Euro, während sie in Europa um 4,4 Prozent auf 688 Millionen Euro zulegten. Insgesamt sank der Umsatz um 10,4 Prozent auf 1,354 Milliarden Euro. Adidas lässt seine Produkte überwiegend in Asien gegen Dollar produzieren, verkauft die Hälfte seiner Waren aber in Europa.
Adidas-Chef Herbert Hainer bekräftigte trotz der Probleme in den USA seine Gewinn- und Umsatzprognosen für 2004. Er strebe ein ein währungsbereinigtes Umsatzwachstum von etwa drei bis fünf Prozent an, der Gewinn solle um mindestens zehn Prozent steigen - das wäre ein neuer Rekord. Im Gesamtjahr lag der Umsatz bei 6,267 Milliarden Euro - das entspricht währungsbereinigt einer Verbesserung von fünf Prozent. Nicht bereinigt ging der Umsatz aber um vier Prozent zurück. Das Betriebsergebnis stieg drei Prozent auf 490 Millionen Euro, der Konzerngewinn erhöhte sich um 14 Prozent auf den Rekordwert von 260 Millionen Euro.