Adidas WM-Quartal noch besser als erwartet
München - Nach Angaben des Unternehmens ist der Umsatz um 60 Prozent auf 2,43 Milliarden Euro gestiegen. Unter dem Strich liege der Gewinn bei 82 Millionen Euro - eine Steigerung um 24 Prozent.
Die Analysten hatten deutlich vorsichtiger kalkuliert. Eine Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters hatte im Schnitt einen Umsatz von 2,37 Milliarden Euro und einen Gewinn von 74 Millionen Euro ergeben. Wegen hoher Marketingkosten für die Fußball-WM sank die operative Marge jedoch um 0,4 Prozentpunkte auf 9,6 Prozent.
Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern weiter ein prozentual zweistelliges Gewinnplus auf annähernd 500 Millionen Euro. Der Umsatz soll nach neuesten Berechnungen um "kräftigen" zweistelligen Prozentsatz steigen. Die Erwartungen liegen bei zehn bis zwölf Prozent, den Beitrag der US-Tochter Reebok nicht eingerechnet.
"Für den Rest des Jahres haben wir eine ganze Reihe operativer Initiativen in der Pipeline und sind auf dem besten Weg zu weiterem Erfolg", sagte Vorstandschef Herbert Hainer. "Angesichts unserer starken Performance im ersten Halbjahr sind wir zuversichtlich, dass wir unsere ehrgeizigen Ziele für das Gesamtjahr erreichen werden." Der Auftragsbestand der Kernmarke Adidas lag Ende Juni um sechs Prozent über dem Vorjahresniveau. Bei Reebok lagen die Orders dagegen um 13 Prozent unter dem Vorjahr. Adidas hatte Reebok im Februar für 3,2 Milliarden Euro übernommen. Für 2006 wird bei Reebok mit einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Bereich gerechnet.
"Adidas hat ein sehr, sehr gutes Umsatzwachstum verzeichnet, das von der Fußball-WM angekurbelt wurde", sagte Analyst Uwe Weinreich von der HVB, der die Aktie weiter mit "Outperform" bewertet. Dass auch das Betriebsergebnis entgegen den Erwartungen um 13,2 Prozent auf 173 Millionen Euro gestiegen sei, sei eine "exzellente Leistung".
Der Lokalrivale und Branchen-Dritte Puma hatte dagegen trotz eines Umsatzanstiegs von 38 Prozent auf 546 Millionen Euro einen Rückgang des Betriebsergebnisses von 15,4 Prozent auf 69,3 Millionen Euro verzeichnet und auch unter dem Strich weniger verdient.
mik/Reuters/dpa-AFX