Adlon-Skandal: Verfahren gegen Welteke eingestellt - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Adlon-Skandal Verfahren gegen Welteke eingestellt

Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hat das Verfahren gegen den früheren Bundesbank-Präsidenten Ernst Welteke eingestellt. Das hat seinen Preis: Der Banker muss 25.000 Euro an eine gemeinnützige Organisation zahlen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt am Main - Die Staatsanwaltschaft hatte gegen den ehemaligen Bundesbankpräsidenten wegen des Verdachts auf Korruption ermittelt: Welteke ließ sich nach eigener Aussage einen Aufenthalt mit seiner Familie zu Silvester 2001 im Berliner Luxushotel Adlon von der Dresdner Bank bezahlen - die Rechnung belief sich insgesamt auf über 7600 Euro.

Außerdem hatte sich der Cef der Notenbank im Frühjahr 2003 zum Formel-1-Rennen nach Monaco einladen lassen, diesmal auf Kosten des Automobilkonzerns BMW.

Der 61-jährige Welteke stand seit 1999 an der Spitze der Bundesbank und gehörte auch dem Rat der europäischen Zentralbank an. Mit Welteke verlor erstmals in der Geschichte der 1958 gegründeten Bundesbank ein Präsident wegen Kritik an seinem Verhalten sein Amt. Der bisher einzige Rücktritt war der von Karl Otto Pöhl. Er hatte sich 1990 mit Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) überworfen.

Weltekes Nachfolger ist der ehemalige Wirtschaftsweise Axel Weber.