Übernahmegerüchte Ölmulti Adnoc prüft Kauf von Wintershall
Digitales Kommandozentrum im Hauptquartier von Adnoc in Abu Dhabi
Foto: Satish Kumar / REUTERSDer Ölkonzern Adnoc aus dem Emirat Abu Dhabi prüft einem Medienbericht zufolge ein Übernahmeangebot für die von BASF kontrollierte Ölgesellschaft Wintershall Dea. Das arabische Unternehmen prüfe seit einiger Zeit ein Kaufangebot für Wintershall, meldete die Agentur Bloomberg unter Berufung auf mit dem Vorhaben vertraute Personen. Dabei könne das deutsche Unternehmen mit mehr als zehn Milliarden Euro bewertet werden.
BASF habe seinerseits mit Beratern einen Verkauf seiner Beteiligung von 73 Prozent an Wintershall erörtert. Der Rest an Wintershall liegt bei der Beteiligungsfirma LetterOne des Investors Mikhail Fridman. Der britische Öl- und Gaskonzern Harbour Energy gehöre ebenfalls zu den Interessenten, die Wintershall Dea geprüft hätten, meldete die Agentur weiter.
Adnoc und BASF wollten sich dazu dem Bericht zufolge nicht äußern. Wintershall war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch Harbour Energy lehnte einen Kommentar ab.
Die Aussicht auf den milliardenschweren Verkauf sorgte am Freitagmorgen trotzdem für Furore. Auf Tradegate verteuerten sich die Aktien um 1,4 Prozent auf 44,44 Euro. Damit dürfte sich das jüngste Pendeln um die Marke von 44 Euro fortsetzen. »Die Gerüchteküche um ein Interesse an Wintershall Dea brodelt«, sagte ein Händler. Denn im kommenden Jahr solle ein Verkauf der Tochter abgeschlossen werden. Das Jahr 2024 könne für BASF ein Jahr der Monetarisierung von Werten werden, und der Preis für Wintershall Dea könne über deren Buchwert liegen.
Adnoc macht derzeit mit Bemühungen von sich reden, seine weltweite Präsenz mit spektakulären Übernahmen auszubauen. Dazu gehören ein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Leverkusener Kunststoffkonzern Covestro und Gespräche mit der österreichischen OMV über eine Fusion ihrer Petrochemie-Sparten Borealis und Borouge. Außerdem sieht sich der Ölmulti in Afrika nach Zukäufen um.