Advance Bank Lahmer Internet-Anschluss
München - Vorstandssprecher Martin Blessing erwartet bei der Adcance Bank einen noch höheren Verlust als vor einem Jahr. Bereits 1999 musste die Direktbank einen Fehlbetrag in Höhe von 97,3 Millionen Mark ausweisen. Der Grund dafür sei der Ausbau des Beratungsangebots. Ursprünglich wollte die Direktbank den Verlust um etwa zehn Millionen Mark zu verringern. Die Tochter der Dresdner Bank hatte im Wettstreit mit anderen Online-Brokern den Start verpasst. Erst seit August ist bei der Advance Bank die Depotführung über das Internet möglich.
Doch die roten Zahlen sollen schnell verschwinden. Im kommenden Jahr solle der Verlust deutlich mehr als halbiert werden, bekräftigte Blessing. 2002 will die Advance Bank dann schwarze Zahlen schreiben und fit sein für den geplanten Börsengang. Die Zahl der Depots solle bis Ende nächsten Jahres von derzeit 90.000 auf dann zwischen 170.000 und 200.000 steigen, sagte Blessing. Ende 2002 seien dann bis zu 300 000 Depots eingeplant.
Dazu sind in der ersten Jahreshälfte zunächst fünf bis sechs Investment Center in deutschen Großstädten geplant. Bis Ende 2002 sollen es etwa 25 sein. Mit diesen Zentren will die Bank ihre Kosten für die Kundengewinnung um 20 bis 30 Prozent senken. Ab kommendem Jahr bietet das Geldinstitut auch persönliche Beratung bei den Kunden zuhause an. Dazu beteiligt sich die Bank mit zehn Prozent an der Dresdner Vermögensberatungsgesellschaft in Frankfurt. Sie verwaltet derzeit für rund 16.000 Privatkunden ein Vermögen von 2,2 Milliarden Mark.
Die filiallose Bank war 1996 als Tochter der früheren Bayerischen Vereinsbank (BV) gestartet. Im Zuge der Fusion von Vereins- und Hypo-Bank wurde die Advance Bank 1998 an die Dresdner Bank verkauft.