AEG-Streik: Wiesheu soll die Lösung bringen - DER SPIEGEL
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AEG-Streik Wiesheu soll die Lösung bringen

Seit fünf Wochen streikt die AEG-Belegschaft in Nürnberg, weil der schwedische Mutterkonzern das dortige Werk schließen will. Jetzt richten sich alle Hoffnungen auf Bayerns Ex-Wirtschaftsminister: Otto Wiesheu vermittelt heute im Arbeitskampf. Eine Lösung zeichnet sich ab.
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Nürnberg - Nach dem Einstieg von Otto Wiesheu (CSU) als Schlichter sind die Chancen auf eine Einigung nach Ansicht der IG Metall deutlich gestiegen. "Das ganze Gerüst steht, aber es steht noch auf wackeligen Beinen", sagte der bayerische IG-Metall-Chef Werner Neugebauer heute im Bayerischen Rundfunk.

Die von Wiesheu moderierten Gespräche mit Electrolux hätten eine deutliche Annäherung bei der sozialen Absicherung der von der für kommendes Jahr geplanten Schließung des Werks betroffenen 1750 Beschäftigten gebracht, sagte Neugebauer. "Aber da gibt es noch eine Reihe von Teilpunkten, die für mich K.O.-Punkte sind." Vor der ersten Verhandlungsrunde unter Wiesheu am heutigen Abend rücke eine Lösung des AEG-Konfliktes näher. Der Ort der Gespräche wurde von Seiten der Gewerkschaft wie auch von Electrolux-Vertretern geheim gehalten.

Electrolux will das AEG-Werk in Nürnberg schließen und die Produktion nach Polen und Italien verlagern. Die Mitarbeiter kämpfen für ihre soziale Absicherung. Angepeilt wird nun nach Gewerkschaftsangaben eine "Gesamtlösung" unter Einbeziehung der Electrolux-Servicegesellschaften und des AEG-Werks in Rothenburg ob der Tauber. Für diese Fabrik, in der rund 1300 Beschäftigte Herde und Kochmulden herstellen, befürchtet die IG Metall ein ähnliches Schicksal wie für das Nürnberger Werk und verlangt eine Standortgarantie bis mindestens 2010.

Wiesheu war bis Ende vergangenen Jahres bayerischer Wirtschaftsminister und ist mittlerweile Manager bei der Deutschen Bahn. Neugebauer sagte, der Ex-Minister wisse aus früheren Arbeitskämpfen "wie Gewerkschaften ticken".

kaz/AFP/dpa