Ärger für Airbus Boeing feiert Großbestellung des "Dreamliner"
Chicago/Toulouse - Noch nie in der Boeing -Konzerngeschichte sind in einem solchen Umfang Flugzeuge eines Typs bestellt worden, der noch gar nicht gebaut wird. Der bisherige Rekord stammt aus den sechziger Jahren und lag bei 40 Maschinen.
Die Bestellung durch die All Nippon Airways (ANA) hat auf Basis des Listenpreises einen Wert von 660 Milliarden Yen, das entspricht 5,2 Milliarden Euro. Allerdings ist üblich, dass bei Bestellungen dieser Art beträchtliche Preisnachlässe ausgehandelt werden. Wie viel ANA genau zahlt, wurde nicht mitgeteilt.
Die Auslieferung der Boeing 7E7 ("Dreamliner") solle 2008 beginnen, teilte die Fluggesellschaft in Tokio mit. ANA ist die zweitgrößte Fluggesellschaft in Japan.
Dank der Großbestellung kann Boeing endlich offiziell mit dem Bau des Dreamliner beginnen. Für den US-Konzern ist es der erste Start einer komplett neuen Serie in mehr als einem Jahrzehnt. Bei den Versuchen Boeings, den europäischen Rivalen Airbus wieder zu überholen, spielt die 7E7 eine bedeutende Rolle. Airbus hatte im vergangenen Jahr erstmals mehr Ziviljets ausgeliefert als Boeing.
Japanischen Markt verteidigt
Die ANA-Bestellung hilft Boeing zudem dabei, die beherrschende Stellung auf dem japanischen Markt zu behalten. Boeing hält dort einen Marktanteil von rund 80 Prozent und hat enge Kontakte zu japanischen Zulieferern. Mitsubishi, Kawasaki and Fuji Heavy Industries stellen rund 35 Prozent der Komponenten der 7E7 her, darunter sind auch die Tragflächen.
Boeings Ziviljet-Vorstand Alan Mulally feierte die Bestellung als Durchbruch. "Das Interesse der Fluglinien an der 7E7 ist außerordentlich", wird Mullay in einer Pressemitteilung zitiert. Weitere Bestellungen in den kommenden Wochen seien zu erwarten.
Der Dreamliner ist als sparsamer Ersatz für die 757 und die 767 gedacht. Boeing spekuliert darauf, dass Fluglinien in der Zukunft kleinere und sparsame Jets bevorzugen werden. Airbus verfolgt mit dem Großflugzeug A380 eine andere Strategie.
EADS: "In zehn Jahren Nummer eins in allen Bereichen"
Der Airbus-Bauer EADS hat unterdessen angekündigt, dass er den US-Erzrivalen langfristig auch im Verteidigungsgeschäft überholen will. "In zehn Jahren wollen wir die Nummer eins sein in allen Bereichen", kündigte Co-Firmenchef Rainer Hertrich bei einem Journalisten-Seminar in Schorssow in Mecklenburg-Vorpommern an. EADS sei mit militärischen Tankflugzeugen und dem Transporter A400M in einer guten Ausgangsposition, um die Vorherrschaft der Amerikaner im militärischen Bereich zu brechen.
Durch den Superjumbo A380 erwartet Hertrich weitere Impulse für das zivile Flugzeuggeschäft. Die ab 2006 geplante Auslieferung der A380 werde den Umsatz kräftig ansteigen lassen. Bis etwa 2007 werde ein Umsatz von 40 Milliarden Euro nach 30,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr angestrebt.
Die EADS-Aktie ist am Montag um 5,42 Prozent auf 21,00 Euro gestiegen.