Ärzte-Protest Mediziner beklagen knappe Budgets
Berlin - Für Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe ist der am Mittwoch stattfindende "Tag der Ärzte" nur der Auftakt für eine ganze Protestwelle. "In den nächsten Monaten wird es weitere Proteste und Arbeitsniederlegungen geben", sagte der Präsident der Bundesärztekammer der "Welt". Der Frust unter den Ärzten sei riesengroß. "Jede sechste Praxis ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und steht deshalb unter Bankkuratel", fügte er hinzu.
Der Grund seien die zu knapp bemessenen Budgets. Diese Entwicklung gefährde bereits die medizinische Versorgung in einigen Bezirken, in denen ohnehin nicht viele Ärzte tätig seien. Die Arzthonorare im ambulanten Sektor müssten um sieben Milliarden Euro aufgestockt werden. Auch die Gehälter der Klinikärzte seien zu gering. Hier liege Deutschland innerhalb der Europäischen Union auf dem vorletzten Platz.
Hoppe warnte, dass der Protest auch in die Wartezimmer getragen werde. Gerade auch als Folge des geplanten Arzneimittel-Wirtschaftlichkeitsgesetzes ergäben sich in den Praxen vermehrt Diskussionen. Schließlich müsse man den Patienten erklären, warum sie gewohnte Medikamente nicht mehr verordnet bekämen oder höhere Zuzahlungen fällig würden.
Zum Auftakt einer bundesweiten Ärzte-Protestwoche bleiben heute in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt viele Praxen geschlossen. Tausende niedergelassene Mediziner und Psychotherapeuten in Stuttgart, Magdeburg und Halle wollen gegen schlechte Arbeitsbedingungen und für eine bessere Bezahlung demonstrieren.